00:00:00: Architecture Talks, der Architekturpodcast von Jung.
00:00:06: Paris oder Zürich?
00:00:08: Bei mir natürlich beides aber heute fokusszürig ganz bewusst!
00:00:13: Jura- oder Innenarchitektur?
00:00:16: Innenarchitectur auf jeden Fall.
00:00:19: Perfektion oder Empathie?
00:00:22: EmpathIE!
00:00:24: Innenarchitektur wird oft auf Möbelfarben und schöne Materialien reduziert.
00:00:29: Tatsächlich beginnt sie viel früher bei den Menschen.
00:00:32: Denn bevor ein Raum entsteht, müssen Bedürfnisse verstanden, Interessen zusammengebracht und unzählige Entscheidungen aufeinander abgestimmt werden.
00:00:42: Innenarchitekt-Innen bewegen sich zwischen Gestaltung, Kommunikation, Psychologie und Unternehmertum.
00:00:49: Sie vermitteln zwischen Bauherrschaft, Architektur Handwerk und Nutzung und gestalten Räume die weit über ihre Funktion hinausgehen.
00:00:59: Kaum jemand beschreibt diese Selbstverständnis treffender als die Schweizer Innenarchitektin Iria Degen.
00:01:05: Seit fünfzehn Jahren entwickelt sie mit ihrem Team Hotels, Restaurants, Arbeitswelten und private Lebensräume.
00:01:13: Mehr als fünfhundert Projekte sind in dieser Zeit entstanden – jedes geprägt von der Überzeugung dass gute Gestaltung immer bei Menschen beginnt.
00:01:22: oder wie sie selbst sagt wir orchestrieren alles!
00:01:27: Im JungTalks-Podcast sprechen wir, Dianislawic und Jens Riechling über ihren ungewöhnlichen Weg vom Jurastudium zur Innenarchitektur.
00:01:36: Über internationale Projekte und kulturelle Prägungen.
00:01:40: Über die oft unterschätzte Rolle der Innenarchitectur.
00:01:43: Über Unternehmertum.
00:01:44: Und darüber warum Zuhören manchmal wichtiger ist als Entwerfen.
00:01:49: Hallo und herzlich Willkommen hierher beim heutigen JungTalkspodcast!
00:01:53: Schön dass du heute bei uns bist.
00:01:56: Hallo zusammen
00:01:57: Wir orchestrieren alles, vom Schalter bis zur Stadt.
00:02:01: Diesen Satz hast du im Vorgespräch gesagt und wir fanden, darin steckt eigentlich dein ganzer Beruf?
00:02:07: Wann beginnt deine Arbeit mit dem ersten Grundrist oder schon lange davor?
00:02:13: Ja meine Arbeit beginnt so früh wie möglich weil Janid uns das wunderbar gesagt, wir gehen eben von Menschen aus.
00:02:22: Das ist genau das Zentrum und der Ursprung unter Anfang.
00:02:27: Am Anfang steht eine Idee, das ist klar.
00:02:30: Aber ohne Mensch müssen wir keine Ideen entwickeln.
00:02:35: also das ist wirklich immer meine Aussage früher wir auf einem Projekt dabei sein dürfen wirst du vorteilhaft einmal bedenken mit.
00:02:45: Wir lernen den Menschen in seiner Ganzheit kennen und wir können dann besser arbeiten.
00:02:52: Iria wer gehört denn alles zu diesem Orchester was Du so gesagt hast?
00:02:56: Also das Orchester ist eben in unseren Projekten teils riesig.
00:03:01: Das ist auch das Schöne, dass wir als Innenarchitekten so mittendrin stehen und an der Schnittstelle von den Bauherrschaften natürlich, der Architekten, der Lichtplaner, der Landschaftsarchitektin, der Kunstanbaubeteiligten... Das ist ein Riesenteam jeweils da kommt Signaletik dazu.
00:03:22: dann kommen am Ende sage ich jetzt mal bis zu den Floristen.
00:03:27: Wir sind in riesen Teams eingebettet und wir sehen uns auch wirklich so aus wie Teamplayer, weil das finde ich das Wichtige, dass je größer das Team ist, desto untypischer es das Projekt am Ende auch für uns als Visitenkarte denke ich mal, weil wir ja immer im Sinne der Sache mit unserer Erfahrung uns einbringen und dann aber für das große Ganze agieren.
00:03:54: Die Innenarchitektur ordnet sich der Architektor unter, ganz klar.
00:04:00: Aber wir sind eben sehr nahe am Menschen.
00:04:04: Wir sind näher oft am Menschen, weil diese Bauerschaften uns sich anvertrauen und uns ganz privates sagen.
00:04:12: Weil bei Privathäusern geht es ja dann auch um intime Räume, um Familienkonstellationen etc... Wir sind so ganz nahe im Menschen dran!
00:04:23: Und müssen dieses Wissen versachlichen und dann eben einbringen ins Projekt.
00:04:29: Das ist sehr, sehr wichtig.
00:04:31: dass man am Ende im Sinne des Projektes aber natürlich aus der Perspektive des Auftraggebers agiert das ist uns ein großes Anliegen.
00:04:42: Du bringst eine ganz spannende Vergangenheit mit hast zuerst Jura studiert und dich dann ganz bewusst für einen neuen Weg entschieden der eigentlich aus unserer Sicht fast nichts damit zu tun hat, war das damals für dich ein mutiger Schritt oder eher das Gefühl endlich angekommen zu sein?
00:05:03: Ja, das war ein brutal mutiger Schritt.
00:05:07: Damit ich auch stolz darf muss ich ehrlich sagen weil ich komme aus einer klassischen Ärztepfamilie Man muss sich das so vorstellen, meine Mutter, mein Vater beide Ärzte.
00:05:18: Meine Mutter selbstständig, meinen Vater zuerst im Spitalkontext und auch selbstständiger.
00:05:24: Meine drei Geschwister alle Ärzten mit eigener Praxis oder eben in führenden Positionen.
00:05:30: Und ich dann quasi das schwarze Schaf bin ausgeschert habe erst mal Jura gewählt, weil natürlich Design oder auch Kunstgeschichte oder Sprachen.
00:05:42: das wäre gar keine Option gewesen für meine Eltern.
00:05:45: Also es war keine Option sowas Musisches zu studieren, weil man das einfach als Hobby macht und das sind Hobbys!
00:05:54: Und dann hab ich schön brav eine Jurastudium in Zürich absoliert, habe aber natürlich parallel immer gearbeitet.
00:06:03: Mein damaliger Freund hat ein Architekturstudium gemacht.
00:06:07: Ich bin viel gereist, ich habe Reiseleitung gemacht.
00:06:10: Einfach ganz, ganz viel aufgesogen und hab das absolviert.
00:06:15: weil ich bin ein Typ Mensch der nicht Sachen einfach beginnt und dann auch was beginnt noch was beginnend und nicht beendet oder nichts abschließt war mein Anliegen etwas durchzusehen weil bekanntlich sind ja die letzten Jahre mit all den Prüfungen auch ein persönlicher, sagen wir mal, härter Test.
00:06:35: Ob man das schafft?
00:06:36: Ob man diese Beigen von Büchern in sich reinfressen kann und es auch wiedergeben kann – in der richtigen Relevanz und im Kontext.
00:06:45: Und mich hat das Studium schon geprägt.
00:06:50: auf eine gute Art und Weise war auch nicht irgendein Studium.
00:06:53: Ich habe mir das ausgesucht weil ich bin jemand, der analytisch vorgeht.
00:07:00: So habe ich das Studium gemacht, quasi so nebenbei und hab es abgeschlossen.
00:07:06: Wusste aber ganz klar, dass kann's nicht sein!
00:07:09: Ich will auch keinen Anwaltspatent.
00:07:12: Ich will nicht vor Gerichtstreiten gehen.
00:07:14: Nein, ich will meinen eigenen Weg
00:07:17: finden.".
00:07:18: Und da hat sich eine Tür aufgetan nämlich ein Umzug nach Paris damals aufgrund meiner Beziehung.
00:07:25: mein Mann damals war Fotograf Und die EWR-Abstimmung in der Schweiz ist auch abgegangen.
00:07:34: Dann mussten wir in den EU-Raum und dann aus Paris, das war für mich eine riesige Chance.
00:07:40: Mich neu zu orientieren, da kannte ich niemanden, ich musste erst meinen Französisch aufgrüllen und bin wirklich meinem Herzen gefolgt.
00:07:48: Das war eben Design und eine Architektur.
00:07:52: Vom ersten Moment, wo ich das entschieden habe, habe ich gespürt Das ist es.
00:07:57: Ich bin erst im richtigen Weg, ich habe nur grüne Lichter vor mir gesehen.
00:08:01: Überall haben sich Türen geöffnet und da bin ich den Weg
00:08:04: gegangen.".
00:08:07: Für mich stellt sich noch eine Frage.
00:08:09: Denke ich an mein Architekturstudium hatte man natürlich Baurecht und man hat auch so ein bisschen was über Betriebswirtschaft gelernt.
00:08:16: aber so richtig eigentlich nicht.
00:08:19: Hilft dir das juristische Denken im Alltag als Unternehmerin?
00:08:25: Absolut!
00:08:27: In der Art und Weise, wie ich eben Problemstellungen auch Emotionen.
00:08:33: Ja es gibt ja im Alltag nicht immer noch Schocki.
00:08:36: Es ist wirklich manchmal auch Feingefühl und Delikate.
00:08:42: Auch politische, weiß ich was.
00:08:44: wir arbeiten für viele Corporates.
00:08:46: Es gibt viele Situationen wo man einfach eben wie ich schon erwähnt habe im Sinne der Sache fokussiert bleiben muss.
00:08:55: Argumente auftischen muss, die sachlich sind.
00:08:59: Man muss nachvollziehbar die Bauherrschaft und auch das ganze Team.
00:09:05: Man muß Stand halten und man muß sich erklären und man muss Teamfähigkeit eben beweisen indem man offen ist konstruktiv zu diskutieren und jeder aus seiner eigenen Perspektive Das große Ganze miteinander definieren und diese Art von Ratio eben nicht nur Emotio in der Gestaltung, das ganze fühlbare, spürbare dann auch die Ratio einzubringen.
00:09:37: Das habe ich im Jura-Studium gelernt Und das ist mir auch ein bisschen gegeben.
00:09:43: Deshalb hab' ich ja auch das Jura Studium gewählt eben nicht irgendwas quasi.
00:09:47: Ich war nicht lost und verzweifelt im Jura-Studium und das ist meine Grundveranlagung, die strukturierte Art und Weise vorzugehen.
00:09:57: Und es bringt mir jeden Tag etwas.
00:10:01: Und deshalb denke ich auch ein Jura Studium ist eine gute Basis für das Unternehmerische, dass man eben auf die Sicherheit, die Bürostruktur, die Verträge muss sich ehrlich gestehen mache ich gar nicht selber, gebe sofort meiner Anwältin Das ist natürlich auch eine Freundin aus dem Studium, aber es hilft auf jeden Fall.
00:10:23: Meine Mutter sagte immer was man gelernt hat kann einem niemand nehmen und so ist das mit einem Jurastudium.
00:10:30: da kann man drauf aufbauen.
00:10:33: Du hast vorhin gesagt bei deinen Reisen hast du alles mehr oder weniger aufgesogen Auch heutzutage wo kommt deine Inspiration her?
00:10:43: Also das Reisen und andere Kulturen ist auf jeden Fall eine immense, immense Inspirationsquelle.
00:10:50: Bewusst und unbewusst saugt man auch alle Eindrübke.
00:10:53: Man lässt sich berieseln, ist manchmal mit einem konkreten Ziel, manchmal ohne Ziel unterwegs.
00:11:01: Wenn man sich entschließt, eine Reise zu tun dann ist man erst mal offen was zu erleben, was zu beobachten.
00:11:08: Und als Reisender Und als Beobachter ist man eben in so einem Status, wo man ja nichts abschließend weiß.
00:11:17: Man geht eben dahin, wo es noch nicht weiß und wo man neugierig ist.
00:11:22: Diese Neugierte – ich glaube das ist auch etwas was mich täglich begleitet!
00:11:27: Ich bin immer offen und immer neugirig und deshalb ist die Quelle von Inspirationen, ob sie jetzt beim Reisen ist oder... Überallungen in Städten, bei Ausstellungen, bei Filmen und Musik.
00:11:41: Endlos ergiebig sind diese Inspirationsquellen, wenn man einfach mit kompletter Neugierde und ohne ... Ich weiß schon wie das geht!
00:11:50: Ich habe das schon gemacht, ich hab das schon gesehen.
00:11:52: Nein!
00:11:53: Ich hab noch nichts gesehen.
00:11:54: Ihr Welt ist so groß, ich bin eine Armeise... Und ich kann alles beobachten und für mich nehmen mit meinen Filtern.
00:12:02: jeder hat seine Filter.
00:12:04: Ich kann auch sagen, dass mich anspringt.
00:12:06: Was mich emotional spontan berührt und dann ist man inspiriert.
00:12:13: Das ist so die Haltung.
00:12:15: Und das habe ich heute früh gelernt.
00:12:18: Meine Mama ist in Bangkok geboren hat dann Medizinstudium in der Schweiz absolviert und sie ist dann zu der Tante nach Luzern gezogen und all das hat mich natürlich schon konditioniert, dass man eben für andere Kulturen offen ist.
00:12:33: Ich habe auch als Kind schon gespürt, ich bin nicht null acht fünfzehn irgendwie.
00:12:37: Ich wurde auch gehänseld aufgrund von meinem asiatischen Andersartien aussehen.
00:12:43: Das spielt alles mit und diese Prägung und dieses Offensein für das Reisen und sich auch diese Kulturen reinzuziehen und das zu spiebeln mit dem eigenen Empfinden.
00:12:57: Ja in der globalisierten Welt hat sich die letzten Jahre den was auch für dich im Beruf geändert.
00:13:03: Die Inspirationen kommen ja heutzutage aus Internet auch rein.
00:13:07: Erwarten die Kunden schon von vornherein was anderes oder wie siehst du das?
00:13:13: Ja, die Welt hat sich natürlich komplett vor der Haustüre eröffnet mittlerweile.
00:13:18: Das ist natürlich schon eine Riesenveränderung und die haben wir alle sehr schnell aber step by step mitgemacht.
00:13:25: Unsere Kunden sind sehr kultiviert, reisen viel, kommen mit Ideen... aus Hotels, aus Städten von überall und wir sind damit konfrontiert.
00:13:36: Und selber müssen wir natürlich Schritt halten!
00:13:39: Das ist das Thema dass wir jetzt auch mit der Digitalisierung oder mit der KI, dass wir Schritt halten wenn man gut beraten möchte und das ist ja unser Job auch.
00:13:50: Wir möchten unsere Erfahrungen vermitteln gute Berater sein, gute Dienstleister in gewissem Sinne.
00:13:59: Wir sind keine Künstler wir sind tatsächlich Hands on Dienstleisters für unsere Kunden.
00:14:05: Das hat gar nichts Abschätziges an sich.
00:14:08: Im Gegenteil!
00:14:09: Wir arbeiten für jemanden ganz klar und da müssen wir am Top of Things sein.
00:14:17: Also früher war das so ein bisschen Man muss alle Magazine irgendwie abonniert haben und sich da durchblättern in der Kaffeepause, dass man gesehen hat was die Kunden auch sehen.
00:14:29: Und heutzutage gibt es natürlich viel weiter.
00:14:32: also heute kommen die Kunden selber schon mit Pinterest-Moodboards und sie kommen mit KI generierten Visuals, die sie auf Fotos generiert haben.
00:14:41: das ist schon eine andere Nummer.
00:14:44: Also für uns ist es ein Challenge.
00:14:46: wir haben intern KI-Schulungen, wir haben also quasi Privatlektionen.
00:14:52: Ich habe ein fünfzehntöpfiges Team das ist eine kleine Schulklasse.
00:14:56: Ja man ist gefordert aber es ist eben auch eine schöne tolle Herausforderung weil wir entwickeln uns gibt ja nichts Schlimmeres wenn man das Gefühl hat man bleibt stehen.
00:15:07: und deshalb nehmen wir diesen Challenge an sind uns bewusst, dass man gerade so im Premium-Segment die Kunden, die könnten sich quasi alles leisten.
00:15:18: Wir müssen argumentieren warum sind wir näher dran wie ein Interior Design Studio von London oder ja auch immer?
00:15:27: Ja!
00:15:27: Man ist in der Konkurrenz und im Kontext gefordert mit all diesen Themen.
00:15:33: Wir bleiben agil und das ist etwas Schönes.
00:15:38: Du hast Deine Profession mal als Mischung aus Paartherapie und Verhandlungsführungen beschrieben.
00:15:45: Es klingt vielleicht für den ein oder anderen erst einmal überraschend, aber mit großer Wahrscheinlichkeit kennen ganz viele Planer genau diese Situationen.
00:15:55: Was würdest du sagen?
00:15:56: Wie viel Psychologie steckt denn tatsächlich in deinem Beruf?
00:16:00: Ich würde jetzt einfach mal so pauschal sagen.
00:16:02: Fünfzig Prozent!
00:16:04: Ich will nicht das Psychologische... über das fachliche Stellen, aber es ist total viel Psychologie.
00:16:12: Warum?
00:16:13: Wir sagen in der Schweiz Es menschelt überall.
00:16:16: Ja!
00:16:16: Einfach der Mensch ist der Mensch und der Mensch hat Komplexen und der Menschen ist auch irgendwie natürlich faszinierend und all das, aber der Mensch is auch schwierig.
00:16:26: Der Mensch is launisch und der ist emotionaler und den Menschen is jeden Tag anders drauf.
00:16:32: Und Aktio-Reaktion finde ich auch sowas Interessantes.
00:16:37: Der Mensch ist anders gegenüber dem einen Mensch wie gegenüber dem anderen Menschen.
00:16:44: Es ist wirklich so ein Dialog, ein Zusammenspiel auch ein Tanz manchmal und das ist der absolute Basic Alltag.
00:16:53: ich finde es tut man viel zu wenig bewerten in den Ausbildungen auf Man hat das fachliche, man geht wahnsinnig tief in die Materie rein und dann hat man seinen Abschluss in der Hand.
00:17:06: Okay, ich meine... Ich habe jetzt viel gelernt.
00:17:09: Aber eigentlich bin ich in der realen Welt.
00:17:12: nicht irgendwie fiktive Projekte, nicht irgendwie abstrakte Konzepte sondern hey!
00:17:18: Jetzt geht es wirklich ans menschliche und da ist in jedem Tag soviel Psychologie drin.
00:17:24: Soviel Und nicht nur nach außen Es ist auch im internen Team wahnsinnig viel Psychologie drinnen was wir alles Themen haben, personelle Themen unter anderem der Themen.
00:17:37: Ich meine das ist doch wunderbar auch wie man da die Kompetenz täglich schärfen kann.
00:17:44: Man lernt jeden Tag dazu mein Motto every day is a schoolday!
00:17:50: Das kann man auf dem Woffel zelebrieren und nach fünf oder zwanzig Jahren oder mehr haut einem fast nichts mehr um.
00:17:59: Man nimmt es an und sagt okay Wir haben eine Situation.
00:18:03: Und dann schaut man es an und man muss bereit sein, das psychologische und emotionale und eben empathische – das finde ich empathisch fast noch wichtiger als Perfektion – weil das empathische und emotionale muss man adressieren.
00:18:23: Man darf das nicht unter den Tisch wischen!
00:18:26: Es ist fundamental dass nachvollziehbar und fair, menschlich agiert intern wie nach extern.
00:18:37: Also ich würde mal behaupten mein Team würde das unterschreiben dass ich absolut predictable bin.
00:18:44: Jetzt ist es so Bauherren die gehen automatisch zum Auge decken aber wenn's dann oftmals um Räume und Gestaltung geht, dann denken viele sie können das ohne Begleitung machen.
00:18:56: Warum denkst du, oder dass viele einfach nicht den Weg zum Innenarchitekten suchen?
00:19:03: Ja, ich denke die Innenarchitektur der Beruf an sich ist ja nicht so alt.
00:19:08: Wenn man auf die Straße geht und fragt was macht ein Innenarchitet, die Leute können nicht genau beschreiben wo diese Schnittstelle ist zwischen Architekturen, zwischen Innenarchitecturen zwischen vielleicht auch Dekoratören.
00:19:21: das ist erklärungsbedürftig und da habe ich auch viele Jahre Arbeit geleistet im internationalen Vorstand und auch bei den Architekten in der Schweiz.
00:19:32: Ich war in der International Federation for Interior Architects & Designers im Vorstand, ich habe mich dafür stark gemacht dass in den Ländern wo ja wirklich auf der ganzen Welt – du hast es vorher die Globalisierung angesprochen das sind wahnsinnige Unterschiede natürlich auf welchem Level was gemacht wird und ohne Wertung muss man da wirklich einfach Know-how vermitteln.
00:19:56: Erst mal, was können die Innenarchitekten eigentlich leisten?
00:20:00: Welchen Mehrwert bringen sie?
00:20:02: Das ist heute noch nicht ganz selbstverständlich.
00:20:06: und man muss mal der Bauherrschaft, wenn Sie zu uns kommen und sagen ja, was macht ihr genau?
00:20:10: Macht ihr ein Vorabkonzept?
00:20:11: Was macht ihr?
00:20:12: Nein nein!
00:20:12: Wir gehen viel weiter von außen nach innen gedacht.
00:20:16: Deshalb für mich ist es ganz klar, die Architektur ist im Lied Wir folgen der Architektur, wir gehen mit der Architektur.
00:20:24: Deshalb ist es so wichtig und das war ja auch ein bisschen deine Frage – die Architektor bleibt im Lied?
00:20:30: Und wir arbeiten dort Hand in Hand mit den Architekten.
00:20:37: Manchmal ist das wahnsinnig harmonisch, manchmal ist das am Anfang sehr harzig dass man sich irgendwie erst kennenlernen soll und dann auch sich schätzen lernen soll.
00:20:48: Und der Start ist nicht immer gleich, jedes Projekt ist komplett anders.
00:20:52: Das finde ich ja das Endlos spannende an unserem Büro.
00:20:56: Wir kommen immer in ganz andere Konstellationen rein.
00:21:00: Manchmal muss man sich erklären und manchmal eben gar nicht.
00:21:03: Jetzt hatten wir ja ganz am Anfang unseres Gespräches darüber gesprochen wie gerne du reist und dass du auch international tätig bist bzw.
00:21:12: ihr mit eurem Büro Japan, Luxemburg, Mallorca oder Zürich.
00:21:17: Deine Projekte entstehen in sehr unterschiedlichen Kontexten.
00:21:22: Wie bereitest du dich auf einen neuen Ort vor?
00:21:26: Das würde mich interessieren.
00:21:27: und
00:21:28: musst Du die Kultur zuerst verstehen oder die Menschen?
00:21:33: Gibt es da für Dich eine Reihenfolge?
00:21:36: Für mich ist das ganz genau eins!
00:21:40: Die Menschen und die Kultur an einem Ort Luxemburg übrigens, ich war gestern gerade wieder in dem Hotel.
00:21:47: Wir sind auch an einzelnen Mängeln am The Married Hotel in Luxembourg.
00:21:51: also dieses Hotel ist ein Beispiel.
00:21:55: Ich war muss ich ehrlich bestehen noch gar nicht in Luxenburg bevor wir das Projekt gestartet haben.
00:22:03: Es war ja ein kleiner Wettbewerb.
00:22:04: Ich musste mich aber Married vorstellen gehen und ich habe natürlich Leute befragt die ich hier kenne, die in der Schweiz leben aber aus Luxemburg sind.
00:22:14: Habe ich zum Beispiel interviewt?
00:22:16: Habe wirklich gesagt, hey kennen wir uns mal eine Stunde zwei zusammensetzen.
00:22:21: Was empfindest du?
00:22:22: was ist in der schweiz typisch.
00:22:24: kannst du mir das beschreiben?
00:22:25: dass sich das nachempfinden kann und diese Arbeit natürlich auch alles was man im internet findet was man einfach so aus den biblischen Quellen rausziehen kann Das macht man natürlich so ein ganz ordentliches Research und dann sind es die Menschen, die etwas erzählen über das Land.
00:22:44: Ich habe natürlich auch eine Angestellte, die eben aus Luxemburg ist.
00:22:49: Habe ich auf das Projekt das zugenommen?
00:22:51: Ich hab dann das erste Mal das Land bereist, das Projekt angeschaut, bin dort in die Museen gegangen, hat ne Stöcke-Tour gemacht – einfach alles aufgesaugt!
00:23:03: In der Hoffnung, dass da irgendwo Sachen einfach hängen bleiben und mich auch inspirieren.
00:23:09: Weil ich finde es ganz wichtig das man ein Projekt mit dem Ort verlinkt also aus der DNA des Ortes arbeitet.
00:23:18: Wir hatten ja in Luxemburg überm Hotel auch mit der Denkfahrtslege zu tun.
00:23:22: Wir hatten große Projekt-Teams.
00:23:24: Es war ein langjähriges Projekt.
00:23:26: Also Ich habe richtig viel von Luxemburg gelernt und das Projekt hat mich viele gelernt, die Menschen in der Eigenart.
00:23:35: Dann sage ich immer es ist ein riesen Geschenk!
00:23:38: Wenn ich an einem Ort arbeiten darf wo ich noch nicht selber so ortskundig war, wo ich eben alles lernen darf, alles neu ist... Die Neugierde ist da natürlich unendlich groß und ich bin dankbar wenn man sich so eine neuen Kultur einem Land sich öffnen darf.
00:23:57: Das ist ein Riesengeschenk.
00:24:00: Wir haben jetzt von deinem Projekt in Luxemburg auch gehört und für das Testimonial, fast im sechzigjährigen Jubiläum der jungen LS-Schalterserie hast du das Projekt Rehamanaus auf Mallorca ausgewählt?
00:24:11: Und als bisher dein ganzheitlichstes Beschrieben... Warum?
00:24:16: Rehamanas ist ein Herzensprojekt!
00:24:18: Wenn ihr es nicht kennt, das ist ein Haus im Südosten von Mallorco Erstmals Bauherrin, selber war in der Rolle Auftrag Geberin.
00:24:31: Das ist ein Ort für Friends and Family.
00:24:34: Tres Hermanos heißt drei Schwestern.
00:24:37: Wir sind drei Schwestern und ein Bruder.
00:24:40: Tress Hermanos hat zu tun mit der drei Teiligkeit von diesen Units, diesen Schlafunits.
00:24:47: Und dann ist eben ein großer Hauptteil da quasi so von allen genutzt wird.
00:24:53: Und das Herzensprojekt sage ich deshalb, weil... Ich will jetzt nicht sagen es ist mit zugeflogen.
00:24:59: Aber ich habe nie gesagt, ich will ein Haus bauen und ich will eine Finca aus Mallorca überhaupt nicht.
00:25:05: Das ist ganz anders gekommen.
00:25:07: wir hatten mit den Kindern damals eben Ferien verbracht drei vier Jahre nacheinander auf Fincas so drei vier Familien zusammen immer als war ein Kommen eingehen.
00:25:20: Die Erwachsenen hatten ihren Spaß, die Kinder hatten ihren Spass und da kam plötzlich jemand auf mich zu und hat gesagt du hast doch so viele Kunden.
00:25:28: Hast du nicht jemanden der ein tolles Landstück kaufen möchte?
00:25:32: Und was bauen
00:25:34: möchte?".
00:25:35: Und dann dachte ich ja tatsächlich hat viele Kunden!
00:25:38: Ich schaue mir das mal an und plötzlich dachte ich Ja ich mache doch selber etwas weil so wie wir jetzt die letzten Jahre Häuser gemietet haben Und wie kleine unsere Kinder sind und wie oft wir noch Häuser vielleicht mieten werden, ich mache doch selber was.
00:25:54: Für meine eigene Familie aber eben auch für viele andere die das nutzen können, nutzen sollten und die das eben in so einem schönen Zusammenspiel miteinander nutzen können und sollen.
00:26:07: Da habe ich ein Projekt gemacht mit dem Architektenfreund Gas Wüstemann den ich aus der Schule kannte aus Zürich, aus dem Gymnasium und er hat im Büro in Barcelona und in Zürch.
00:26:21: Und das fand ich ganz praktisch, dass er da auch näher dran war und ich bin tatsächlich mit ihm das Landstück anscheuern gegangen und habe ihn um seine Meinung gefragt ob er da das Potential ebenso wie ich sehe?
00:26:37: Dann haben wir ein Projekt erstellt eingegeben und ich hab es ein bisschen von der Bewilligung abhängig gemacht ob ich tatsächlich das Land kaufe.
00:26:47: Und so ist es gekommen!
00:26:48: Das Projekt ist heute ein wunderbarer Ort, der von vielen genutzt werden kann und der einfach eine pure Bereicherung ist.
00:26:59: nicht nur Jens wegen der Helles-Näunziglinie – übrigens für mich war ganz klar dass es diese Linie sein soll weil sie mir sehr gefällt und weil auf Mallorca das auch ein bisschen ein Jungland.
00:27:14: Mallorca habe ich überall bei Premium Projekten beobachtet.
00:27:17: Die haben auch die Junglinie, also das muss hier so quasi ein gutes Standardprodukt sein und da wusste ich, da habe ich null Probleme mit ganz normalen Fachplanen dieses Produkt dann auf umzusetzen.
00:27:30: Das ist ja nicht überall gleich aber das ist wirklich eine schöne Fügung dass sich mir da meine Antrozidfarbe auf die Betonwände hat wirklich sehr gut gepasst.
00:27:41: Tresa Monas ist ein absolutes, einmaliges Projektor.
00:27:45: Architektur, Innenarchitektura, Landscape, Kunst, Lichtdesign, Möbeldesign Accessories – all das kommt zusammen und zeigt diese Schnittstellenkompetenz von einer Innenarchität hin.
00:28:04: Das konnte man dort wirklich so in einem Living Experience zeigen!
00:28:10: So, wir nähern uns im Ende unseres Gespräches und ganz zum Schluss stellen wir immer ganz gerne eine persönliche Frage.
00:28:18: Du gestaltest seit fünfundzwanzig Jahren Räume für andere Menschen.
00:28:24: Welcher Raum hat dich persönlich zuletzt wirklich berührt?
00:28:29: Und warum?
00:28:31: Weißt du das ist ja so wenn ich in Räumen gehe dann bin Ich als Mensch und nicht ich aus Innenarchitektin.
00:28:39: Das ist mir ganz wichtig, weil ich höre immer wieder Freunde die sagen, ich kann man ja nicht einladen, da muss man ja irgendwie brutal aufräumen und nach den Designerstwickeln hervorholen.
00:28:51: Das bin gar nicht ich!
00:28:53: Wenn ich in Räume gehe dann habe ich diesen Professionellen-Scan in mir, der alles analysiert.
00:29:01: Da könnte ich ja gar nicht mehr schlafen... Meine Herangehensweise ist ganz anders.
00:29:07: Ich gehe in einen Raum und denke, ja hier fühle ich mich wohl, weiß jetzt nicht warum?
00:29:13: Licht ist schön, Temperatur stimmt, das Luftetein... Das kann auch ein Außenraum sein!
00:29:22: Gestern Abend zum Beispiel war ich im Restaurant, da war ich zehn Jahre nicht in Zürich, dann bin ich auf diese Terrasse wieder angekommen durch diesen wunderbaren Raum, diese Alpenbäume, dieses Lausche, dieses Schattenspiel nicht schön mit dem auf den Tischen.
00:29:37: Das kann wirklich so ein Moment sein, ohne Analyse unbewusst bin ich da einfach ganz frei in der
00:29:46: Empfindung.".
00:29:47: Es zeigt ja es geht um so einen Gefühl.
00:29:49: also es geht nicht um die Bewertungen wie's eingerichtet ist von welcher Firma die Möbel sind oder die Leuchten oder wie auch immer sondern das geht um dieses Gefühl.
00:30:00: Ja
00:30:01: und weißt du was?
00:30:01: Ich auch finde ist diese Vertrautheit, dieses Ankommen.
00:30:07: Und da geht es nicht wie gestern in der Lobby, in meinem Hotel oder dann in der Brasserie.
00:30:12: Nein!
00:30:13: Es geht wirklich darum... Ich bin mir selber ganz nahe.
00:30:18: Dieses Heimatgefühl, dieses wo ich mich selber irgendwie finde und gerne sehe drin also da kann man sich ja dann irgendwie entfalten und man darf einfach ich sein, man darf sie selber sein.
00:30:34: Ich weiß aus Sicht als Junge eben damals Juristin das erste Mal bei André Puttmann in diese Räume kamen damals an der Rue Saint-Antoine im Marais und diese Möbel und dieses Licht von oben und ich kam da rein und ich wusste ja damals konnte man nicht recherchieren mit Internet.
00:30:52: was hat sie alles gemacht?
00:30:54: Wer ist sie?
00:30:55: Ich habe ein einziges Buch gefunden in einer Bibliothek Und ich kam da rein und ich wusste ganz genau, ja hier bin ich angekommen.
00:31:04: Das ist die Welt wo ich rein möchte!
00:31:08: Ich wusste nicht welche Schule in den Architektur ausbilden oder was.
00:31:12: Ich wuste einfach, dass ich an einem Ort sein will.
00:31:17: Dieses Gefühl hatte ich gestern Abend auf dieser Terrasse.
00:31:21: Es war wirklich ein wunderbares Moment und so habe ich täglich Momente... wo ich irgendwo bin und reinkomme.
00:31:27: Und ich denke, ja das passt!
00:31:30: Ganz herzlichen Dank für die spannenden Einblicke in deine Arbeit und für deine Zeit und deine Einblicken bis zur nächsten Folge der JungTalks dem Architektur Podcast von Jung.