00:00:00: Architekture Talks, der Architektor-Podcast von Jung.
00:00:05: Bestand oder Neubau?
00:00:06: Bestand.
00:00:07: Marktlogik
00:00:08: oder Möglichkeitenraum?
00:00:10: Ich würde sagen Marklogik, weil das eine und das andere nicht ausschließt.
00:00:14: Realität oder Utopie?
00:00:16: Dann doch die Utopien!
00:00:17: Peter, Bestand or Neubao?
00:00:19: Bestands.
00:00:21: Monofunktionen oder Mischungen?
00:00:23: Mischung selbstverständlich.
00:00:24: Realitiet oder Utopiae?
00:00:26: Realitiatmatismus bitte.
00:00:30: Hochhäuser sind für Jahrzehnte gebaut, ihre Nutzung ist es oft nicht.
00:00:34: Was also tun mit Gebäuden die baulichen noch lange nicht am Ende sind aber plötzlich nicht mehr zu unseren Arbeitswelten wirtschaftlichen Erwartungen oder Vorstellungen von Stadt passen?
00:00:45: Genau hier beginnt Reasing High Rises beim Bestand aber nicht nur dort denn die Frage nach der Zukunft unserer Hochhäuser ist auch eine Frage danach wie wir statt weiterentwickeln Welche Nutzungen braucht sie?
00:01:01: Wie viel Mischung verträgt ein Gebäude und wer entscheidet zwischen marktlogik- und gesellschaftliche Mehrwert.
00:01:09: Und zuletzt, wie müssen wir heute planen damit morgen überhaupt noch andere Möglichkeiten offenstehen?
00:01:16: Im Young Talk Podcast sprechen wir, Dianis Labic und Dr.
00:01:19: Uwe Bresan mit Jan Kercher, Property Business Leader Germany bei AARUB über Leerstand und neue Wertschätzung, über Wohnen, dritte Orte und die Kraft von Zukunftsbildern.
00:01:37: Und darüber warum abwarten keine gute Option ist.
00:01:42: Herzlich willkommen beim heutigen Jungtalk Podcast auch für meiner Seite!
00:01:46: Schön dass ihr beide heute bei uns seid.
00:01:48: Danke für die Einladung.
00:01:49: schön hier zu sein.
00:01:50: Hallo ich freue mich sehr auf unser gemeinsames Gespräch zu diesem tollen Team.
00:01:54: Wir sprechen heute über Hochhäuser aber eigentlich sprechen wir bei ein ziemlich grundsätzliches Problem mitten in unseren Städten stehen Gebäude, die noch lange nicht am Ende ihrer Lebensdauer angekommen sind.
00:02:04: Und trotzdem funktionieren sie plötzlich nicht mehr so wie Sie einmal gedacht waren.
00:02:09: Bei Arup beschäftigt ihr euch ganz praktisch mit genau diesen Gebäuden und das Deutsche Architekturmuseum macht über die kommende Ausstellung aufmachen Resinking High Rises.
00:02:20: daraus gemeinsam eine öffentliche Debatte.
00:02:23: Aber fangen wir nochmal von vorne an!
00:02:25: Die Frage an dich Jan Ein Hochhaus steht da, das Tragwerk funktioniert.
00:02:29: Es fällt nicht auseinander und trotzdem findet sich plötzlich niemand mehr der dort einziehen möchte.
00:02:34: Was läuft da eigentlich schief?
00:02:37: Das Thema ist ja dass viele von den Beusern die so in den siebziger-achtziger Jahren gebaut wurden für einen sehr spezifischen Zweck gebaut wurden Und auch so'n bisschen im Geiste immer noch.
00:02:46: der moderne Gebäude wird maßgeschneidert und hinterher wird es weggeworfen Und das Wegwerfen ist dann eben in der Immobilienwirtschaft normalerweise in einem Verkauf.
00:02:55: Jetzt ist aber die Situation, dass sich selbstverständlich das Leben ändert.
00:02:58: Andere Anforderungen stellt und wir im Grunde diese Hochhäuser eben nicht mehr genau für diesen maßgeschneiderten Zweck, sag mal das klassische monofunktionale Bürohochhaus nutzen können.
00:03:10: Und es gar nicht so einfach ist zum Gebäude einen neuen Twist zu geben der eben nicht heißt in die Jahre gekommen und alt sondern aus dem Gedanken der Wertschätzung heraus und auch einer sehr präzisen Analyse heraus festzustellen was kanns denn noch?
00:03:23: weil das ist dafür gar nicht gebaut worden.
00:03:25: Aber oft können diese Gebäude tatsächlich noch was völlig anderes und für uns liegt es am Herzen erst mal zu sagen, wie bringen wir überhaupt eine Wertschätzung wieder für die Gebäudel zurück?
00:03:35: Sodass wir einladen sich damit auseinanderzusetzen, dass als ein ganz großes Potenzial zu erkennen oder letztendlich so weiterzuentwickeln, dass es dann wenn's geplant umgenutzt ist auch letztendliche viele unterschiedlichen Nutzergruppen erfreut und bereichert.
00:03:52: Haben wir einfach zu viele Büros bisher oder?
00:03:55: Einfach nur die falschen.
00:03:57: Wir haben nicht so viele Bürose, wir haben nur die Falsche und wir arbeiten nicht mehr so viel in unseren Büros wie früher.
00:04:06: also ich sehe auch dass ihr gerade nicht unbedingt im Büro sitzt Und das ist der Punkt.
00:04:11: nach Covid war klar Dass das Home Office sehr beliebt ist und nicht alle fünf Tage die wir wieder zurück wollen Weswegen die Firmen jetzt anfangen, ihre Quadratmeterzahlen an gemieteten Büroflächen zu reduzieren.
00:04:26: Dadurch werden neue Büros sehr begehrt und ältere Büros abgestoßen.
00:04:32: Die liegen jetzt auf dem Markt ohne Mietvertrag und da muss man sich was einfallen lassen.
00:04:37: Und dieses Einfallenlasten geht nicht wie früher!
00:04:41: Du kannst nicht einfach wieder einen Büro hoch aus.
00:04:44: Nun bisschen neuen Strom, bisschen neue Fassade bisschen Neutechnik einbauen.
00:04:49: Das reicht nicht und die Bauherren sind etwas verzweifelt in den Besitzer, was sie mit ihrem angeblich so wertvollen Bestand machen
00:04:57: sollen.".
00:04:58: Warum gehört diese Diskussion ins Architektum-Museum?
00:05:03: Ich glaube, die Diskussion gehört einfach in die Gesellschaft.
00:05:05: zu sagen, diese Gebäude sind da und die werden keine Artefakte sein.
00:05:10: Wir können uns nicht vorstellen dass die in zehn Jahren alle vom E-Fall überrankt sind weil man sie nicht mehr braucht.
00:05:15: und Sie sind unglaublicher Wert Sowohl natürlich für die Besitzer, aber auch insgesamt.
00:05:20: Die CO-Zweihemissionen, die die ursprünglich mal erzeugt haben sind in der Luft und gehen nicht mehr weg.
00:05:26: Ich glaube wir müssen uns überlegen was ist denn der Grund der Leute in Gebäude, in Innenstadtlagen kommen lässt?
00:05:31: Das ist eben nicht mehr.
00:05:32: meine Arbeitgeber sagt mir ich habe um acht da zu sein und dann gehe ich zur Mittagspause und um fünf gehe ich wieder nach Hause sondern es muss sehr viel mehr Anreiz geschaffen werden.
00:05:40: warum ich dorthin gehe?
00:05:41: weil ich dort dritte Orte finde auch für einen Nutzer kleinere Flächen zu nutzen, bestimmte Amenities in Anspruch zu nehmen die einfach dazugehören.
00:05:51: Das heißt im Grunde muss ein Hochhaus ein kleines Stück statt werden, statt nur ein monofunktionaler Klotz in der Stadt zu sein wie es vielleicht am paar Jahrzehnte zurück ganz umfob war.
00:06:02: Bissen sich dafür aber nicht auch so ein bisschen unsere Vorstellungen wieder ändern?
00:06:07: Wenn so'n Bro keine drei Meter lichte Raumhöhe hat dann heisst das beim Markler also da braucht man Mieter gar nicht last hinbringen.
00:06:14: Also müssten wir nicht eigentlich auch schon da ansetzen, was sind heute noch unsere Ansprüche wieder an so einen Büro oder ein Gebäude?
00:06:22: Warum ist es plötzlich nicht mehr gut nur weil das quasi keine drei Meter Raumhöhe hat.
00:06:28: Drei Meter Raum Höhe ist nicht wirklich der einzige wesentliche Faktor.
00:06:32: viel interessanter zum Beispiel die Lage Ist sie.
00:06:36: in einem Büroviertel draußen an der Autobahn wo ich zwar gut mit dem Auto hin und her komme und Parkplatz habe ist die Lage attraktiv und ich kann zum Beispiel mittags um die Ecken usw.
00:06:48: oder gibt es sogar in dem Gebäude, was transformiert worden ist noch andere spannende Nutzungen?
00:06:55: Und mir macht die Arbeit in dieser Lage in diesem Gebäud so viel Spaß dass ich mir denke lieber gehe ich ins Büro als zu Hause in meinem kleinen Zimmerchen.
00:07:07: Die Probleme sind ja wahrscheinlich dann nicht in den Innenstadtlagen, die gut sind und angebunden sind.
00:07:11: Sondern der Leerstand ist ja dann vermutlich eher in diesen Gebieten außerhalb der Stadtkerne?
00:07:18: Herr Uwe, du wirst vielleicht ein bisschen überrascht sein.
00:07:20: Ich glaube es trifft sowohl die Innenstadtlagen als auch die Periferenlagen.
00:07:24: Und die Antworten sind aber natürlich grundsätzlich unterschiedlich.
00:07:28: In den Peri-Fernlagen kann man sicherlich auch Übernutzungen nachdenken, die eben nicht das allerhöchste Mietniveau wieder einspielen müssen.
00:07:36: Das heißt, da kann man vielleicht wenn es eine öffentliche Anbindung gibt und so weiter auch mal in so Themen wie Wohnen denken oder Mischnutzung mitwohnen.
00:07:44: Wie nochmal einen Innenstadtlagen denn vielleicht hier eine Mischnotung findet, in der ein modernes zeitgemäßes Büro eine Rolle spielt?
00:07:51: Vielleicht auch ein Hotel-Thema noch eine Rolle spielen und natürlich alles was das an institutischer Infrastruktur dazu braucht.
00:07:57: Das ganze Thema Gebäude sind ja immer Unikate trotz allem Und ich glaube die brauchen auch immer eine maßgeschneiderte Lösung für das jeweilige Unikat was dort nämlich geht und was doch nicht geht.
00:08:08: Und das Arup-Mitarbeiter kann ich darüber sprechen, es geht natürlich immer alles aber es geht vor allem darum eine smarte Lösung zu finden die eben natürlich unpassend und angemessen ist für uns jeweilige Gebäude.
00:08:20: und dann kommt man ganz schnell in Nutzungsverteilungen, die sich unterscheiden zwischen verschiedenen Orten Innenstadtlagen oder Peripherien.
00:08:28: Also wir sehen es beim Partner von uns wo bestimmte Abteilung in der Innenstadt sind Tausende im Backoffice nicht in der Innenstadt sind, sondern ins frühere Büro-Quartier gezogen sind an der S-Bahn Station mit Parkplätzen und so weiter.
00:08:45: Und diese Leute sind nicht alle so begeistert nur aber der Arbeitsplatz ist sehr anders als früher zum Beispiel die gesamte erste UG sind nur Besprechungsräume über Achtzig wo man sich dann seinen Termin als Gruppe bucht Und im Erdgeschoss eben genug Kantine, Kaffee und so weiter.
00:09:06: So dass oben nicht jeder sein privaten persönlichen in zuständigen Arbeitsplatz mehr hat.
00:09:12: Das ist ja die Idee dabei um Mieten zu sparen.
00:09:15: Sondern du bist irgendwo... Die ganzen Besprechungen sind eh alle in den Besprechern.
00:09:20: Und unten ist Essen und Trinken usw.
00:09:22: Und darunter Parken.
00:09:23: Also die haben schon etwas geändert.
00:09:25: Die haben die alten Mietverträge alle aufgehoben Und ein Teil ist etwas privilegiert und sitzt in der Innenstadt, was jetzt nicht unbedingt das einfachste Konzept ist sagen wir mal.
00:09:36: Aber man merkt daran dass die Firmen schon nachdenken und es geht immer um wie viel Quadratmeter miete ich für die nächsten Jahre?
00:09:44: komme ich damit zurecht?
00:09:45: Wie gehen meine Mitarbeiter wohl damit um?
00:09:48: Das Interessante ist ja eben auch genau das der Partner über den du gerade gesprochen hast eben den klassischen Zyklus durchlaufen, hat aus einem Gebäude das in die Jahre gekommen ist, auszuziehen und dann in zwei Neubauten einmal den sehr prominenten und einmal den etwas weniger prominenten umzuziehen.
00:10:03: Und genau dieser Zyklus ist eigentlich der über den wir sprechen müssen bei der Akzeptanz, weil wenn es eine Akzeptans gäbe ein altes Gebäud auch wieder als neues Gebäudes zu erfinden statt das sozusagen sagt jetzt mal so böse wegzuwerfen und in ein ganz neues zu gehen.
00:10:19: Das ist im Grunde dieser kulturelle Schifte, den wir brauchen Und da geht es um die Markler mit ihren berühmten drei Metern Raumhöhe.
00:10:25: Aber eigentlich geht's viel stärker noch um die Frage, welche Fantasie können wir als Gesellschaften mobilisieren und welche Beispiele können wir zeigen?
00:10:32: Um das einfach zu verändern gemeinsam.
00:10:35: Wenn wir über dieses Thema Transformation sprechen würde ich gerne einen ganz kleinen Shift
00:10:39: machen.
00:10:40: Das DRM organisiert ja den Best High Rises, den internationalen Hochhauspreis und verliehen wird der Kreis Anfang November.
00:10:51: Peter, kannst du uns schon ein bisschen was aus dem aktuellen Jahrgang erzählen?
00:10:56: Worauf dürfen wir uns freuen.
00:10:59: Bei den Finalisten sehen wir zum Beispiel eine Transformation in Belgien nicht weit von uns.
00:11:05: also gleiche Klima, gleicher Markt und so weiter.
00:11:09: Und Transformation ist da ein bisschen schön gesprochen weil in Wirklichkeit ist ja doch sehr viel abgerissen worden bis auf die Kerne von zwei Türmen.
00:11:20: Aber die Kerne, was schlussendlich siebzig Prozent des Betons beinhaltet damit wir grauen Energie.
00:11:27: Die Kerne beeinflussen dann auch die zukünftige Geschosshöhe und das heißt dies nicht sehr hoch und in den alten Kernen sind nur drei Meter Geschosshöhe möglich.
00:11:38: aber zwischen die beiden Kernen haben Sie einen Neubau gesetzt.
00:11:42: der hat dann sechs Meter Geschasshöhe also ausreichend Höhe für alles und jedes und Pflanzen und Großraumberu.
00:11:50: Und dann geht man im Großraumbüro rechts und links in den alten Kerne, in kleinere Ebenen.
00:11:57: Die nicht so hoch sind oder nicht so groß sind also Einzelbüros und Einzelbesprecher und dann wieder in den riesigen Großrahmen.
00:12:03: Das heißt gering höhe ist easy zu ertragen weil er daneben der gigantische Großraum ist.
00:12:09: Und die übrig gebliebenen Geschosse sind in dem einen Haus Wohnungen und in dem anderen Haus ein Hotel.
00:12:16: das heißt der Aufzug hält mal hier Dann hält er zwei Stock weiter im Hotel und in dem Zwischengeschoss halten andere Aufzüge, so dass im Flur Aufzuge zu sehen sind.
00:12:26: Und andere sind zu in jeweiligen Geschossen.
00:12:29: Das geht sehr gut!
00:12:30: Das ist dir ja auch egal im Hotel ob das geschoss dreizehn- und vierzehnten Hotels sind oder zwölfundvierzehn.
00:12:36: Oder beim Wohnen ist es auch egal.
00:12:38: Unten ist Öffentlichkeit, oben am Dach ist öffentlicher Dachgarten.
00:12:42: Also die haben all das geschafft.
00:12:43: und dann geht es darum, dass das alte Business District von Brüssel ein Problem hat weil da so viel Leerstand ist.
00:12:50: Und der steht neben der Altstadt und ist gut angebunden aber hat sich leere Türme und Abriss und Neubau passiert auch Aber in diesem Projekt nicht und es zeigt man kann es auch anders machen wenn der politische Wille da ist Wenn der Entwickler mitmacht.
00:13:07: und In dem Fall war der neue Hauptmeter Die Regierung hat gesagt ISG, wir brauchen Nachhaltigkeit.
00:13:14: Die müssen stehen
00:13:15: bleiben.".
00:13:16: Damit war das dann für den Investor klar?
00:13:18: Ich habe einen neuen Meter der bleibt länger als zehn Jahre und da kann man auch investieren.
00:13:23: Heute sagt der Entwickler Wir sind Vorreiter bei der Transformation.
00:13:28: Wir wissen wie es geht.
00:13:29: Wir entwickeln jetzt in Zukunft noch viele andere weiter.
00:13:32: also er hat ein Wissensvorspruch vor denen die ist nicht gewagt haben.
00:13:36: Das ist natürlich wichtig.
00:13:38: Der Markt sagt Oh du hast ja was Mutiges gemacht.
00:13:41: Wir vertrauen dir, dass du beim nächsten Mal das weiter mutig machst.
00:13:45: Also Wohnen, Hotel, Gastronomie – das sind so Sachen die auch jetzt schon erprobt wurden?
00:13:51: Was ist mit so Dingen wie Schule, Hochschule und Kultur?
00:13:55: Ist es wirklich alles realistisch in so ein Hochhaus einzubringen?
00:14:00: Das hört man richtig, die Frage zu stellen!
00:14:03: hat jeder ein Bild, wie eine Schule aussieht?
00:14:04: und wahrscheinlich kommt man bei den allermeisten Hochhäusern auch dazu dass ich sag mal die Schule auf der Etage zwanzig bis fünfundzwanzig vielleicht nicht die beste Idee ist.
00:14:13: Aber Hochschule ist schon eine andere Frage.
00:14:15: da braucht es andere Raumbedarfe und was wir sehr häufig sehen gerade bei den Frankfurter Hochhäuser war ja eine Zeit lang so unwog diese Sockelgeschosse zu bauen.
00:14:23: Die sind meistens sehr hermetisch abgeriegelt von der umgebenden Stadt.
00:14:27: Und heute stellt man sich die Frage, was kann eigentlich noch anderes drin sein als maximale Kantine?
00:14:31: die vielleicht auch so ein bisschen eingeschlafene Füße hat.
00:14:34: Und da kommen wir dann natürlich genau in solche Nutzungen herein, wo es auch interessant wird – weil man ist näher an der Stadt und nicht irgendwo in den Wolken entrückt, sondern man ist direkt im städtischen Gewebe.
00:14:45: Da finde ich solche öffentlichen Nutzung sehr, sehr interessant.
00:14:47: Es gibt ja auch Stadteilbibliotheken, es gibt jegliche Arten von Nutzungsfragen.
00:14:51: Bei Kultur ist das in Frankfurt natürlich ein interessantes Thema.
00:14:54: In anderen Städten muss man aufpassen, dass man sich nicht einen Rettungsanker erträumt der dann vielleicht die Rettung nicht bringt, weil wir wissen überall Skulptur auch durchaus unter Druck.
00:15:05: Ihr wisst vielleicht von dem Peak und Kloppenburg-Gebäude in Frankfurt was ein Midrise ist auf der Zeil wo der Besitzer und seine anhängige Development Abteilung, die alle Peak & Kloptenburgs bearbeitet einen Wettnab gemacht haben den Renzo Piano gewonnen hat.
00:15:22: das wird auch weiter verfolgt.
00:15:23: das Projekt da zieht eine Schule ein unten nur noch drei Geschosse Retail.
00:15:29: Dann kommt ein Hotel und eine Schule, der Schulhof oben auf dem Dach.
00:15:33: Und eine riesige Sporthalle, die auch für andere Events genutzt werden kann.
00:15:38: Es ist jetzt schon ein bisschen her, der Wettbewerb.
00:15:40: Ich glaube sie sind am partiven und weiterplanen.
00:15:43: es soll Realität werden.
00:15:45: Und Pico Klopmuck verspricht sich als Besitzer des Gebäudes dass wir mit weniger Retail zurechtkommen und mit der Schule einen langfristigen Mieter ins Haus holen, mit dem Hotel.
00:15:56: Und das Schul- und Hotel nicht so sehr Nutzungskonflikte haben weil die Hotelgäste sich selten beschweren.
00:16:02: also im Engentumswohnungen wäre vielleicht nicht so einfach.
00:16:05: und im Moment geht es darum was werden wohl die Eltern sagen wenn die Kinder auf die Zeilen zur Schule gehen und nachmittags von der Schule kommen?
00:16:12: aber die Zeit ist eine Fußgängerzone warum nicht?
00:16:15: Zurzeit hat sie abends nicht so ein guten Ruf.
00:16:17: da muss noch etwas geändert werden.
00:16:19: Eigentlich will man doch auch im Hotel in der Innenstadt sein.
00:16:23: Und wenn das Hotel ein Sportplatz mitten drinnen Sportteil hat, wo mein Wegen jetzt einen Basketball Tournament stattfindet, warum nicht unten einkaufen dazwischen Restaurants?
00:16:33: Warum nicht?
00:16:34: Das ist auch als Hotelbesucher in einer fremden Stadt ein urbanes Erlebnis.
00:16:39: also ich sehe Win-Win für alle Seiten.
00:16:41: Ich hoffe sie haben den Mut es durchzuziehen.
00:16:44: die Schulen machen auch mit Die Eltern machen hoffentlich auch mit.
00:16:47: dann könnte es ein spannendes Pilotprojekt werden.
00:16:51: Deutschland ist jetzt nicht immer dafür berühmt, möglichst offen zu sein und alles zuzulassen.
00:16:56: Gibt's da eigentlich irgendwelche Vorgaben?
00:16:59: Was darf in so einem Hochhaus dürfen?
00:17:01: Manche Sachen auch gar nicht gedacht werden.
00:17:03: was spricht eigentlich also auf gesetzlicher Ebene gegen eine Transformation.
00:17:09: Jan, da kennt ihr euch ja wahrscheinlich am besten aus.
00:17:12: Bestimmte Nutzungsarten brauchen bestimmte Räume einfach von ihrer Art der Benutzung Und das spiegelt sich dann zu einem gewissen Grad auch in der Regulatorik.
00:17:21: Aber ich finde jetzt eine Argumentation, so sagen die Regulatorik, engt uns ein an der Stelle nicht die erste wichtige Priorität, sondern ich finde eigentlich eher andere Faktoren, die wichtig sind und dass das Beispiel, was Peter gerade genannt hat, so gut.
00:17:34: Wir haben ja ganz eingangs gefragt Marktlogik oder Visionen oder freies Denken und es ist genau der Moment wo das zusammenkommt, wo's interessant wird Und ich glaube, dass dann regulatorisch ein Teil Respekt darin ist.
00:17:46: Aber die erste Frage ist bekomme ich eine gute Balance hin?
00:17:49: Die eine Langfristigkeit sichert was eigentlich mal interessiert, die eine dauerhafte Auslastung sichert.
00:17:55: Das Beispiel Schule ist in dem Fall plötzlich ein guter und interessanter Mieter.
00:17:59: Wahnsinnig solventer Mietern weil öffentliche Hand langfristige Verträge, da lohnt es sich das auch etwas maßzuschneidern und im Gegenzug wird man eine Retailfläche, die man vielleicht anders nicht nutzen kann heute mehr so bespielen.
00:18:11: Das heißt also für mich ist es wenig ein regulatorisches Thema außer im Bereich von ESG und Finanzierung natürlich, weil am Ende muss da immer Kapital reingehen in diese Projekte.
00:18:20: Und da haben wir natürlich mit Bestandsprojekten und Transformationsprojekte alle Argumente in der Hand.
00:18:25: Weil letztendlich immer CO² eingespart wird gegenüber einem Neubau.
00:18:29: Klammer auf ob das regulatorisch dann immer ganz genau vollzählt.
00:18:33: Aber man hat vor allen Dingen ein sehr starkes Narrativ.
00:18:36: Wir haben in den letzten Jahren auch tatsächlich mit Kunden gearbeitet, die Sätze gesagt haben wie ein Neubau können wir unseren Mitarbeitern nicht mehr zumuten.
00:18:44: Das ist doch mal ein starker Satz.
00:18:46: oder denen würde man sich doch am liebsten einrahmen und jeden Morgen eine Zähne putzen drauf schauen.
00:18:51: Und ob wenn wir jetzt im Moment so bisschen konservativen Backlash operieren?
00:18:55: Ich glaube das muss so ein bisschen die Linie sein wo wir sind.
00:18:58: Wir können unseren Mitarbetern beim Neubauen nicht mehr zumuten finde ich toll!
00:19:02: Ein zweiter interessanter Finalist ist ja Nord Sydney, AD-Aid Walker.
00:19:08: Da geht es darum dass sie das machen was in Australien zurzeit sehr viel geschieht.
00:19:12: unten rum bleibt das Stadtbild so wie's alle kennen und lieben.
00:19:17: der Bewohner wird nicht verwirrt.
00:19:19: die Welt ist so wie immer.
00:19:21: aber wenn man hoch guckt denkt man Hopla wo kommt denn das hundert achtzig Meter Ding her?
00:19:28: Was über der Kneipe leicht zurückgesetzt den Himmel radt.
00:19:32: Es ist eine sehr beliebte Methode in Australien, Melbourne und Sydney um die Bevölkerung mitzunehmen dass das Stadtbild bleibt nur wenn man hoch guckt nicht.
00:19:42: Die verbinden auf diese Weise ihre sagen wir mal historischen Innenstädte mit dem beliebten Motiven der Zukunft.
00:19:50: Und sie lieben auch diese komischen kleinen Lanes zwischen den Häusern die uns ja unbegreiflich erscheinen.
00:19:57: wie kann man drei Meter gassen Zwischen Hochhäusern haben, wo es hundertfünfzehn Meter hoch geht.
00:20:02: Und unter den Gassen ist dann deine Kneipe und das regiges Abendleben, weil da der Wind nicht durchpfeift.
00:20:09: Also es sind windgeschützte Gassen und sie finden das ganz toll!
00:20:12: Das ist super oberen und schick.
00:20:14: Wenn man hochgut, sind da Hunderte von Metern und du denkst na so was?
00:20:19: Aber das ist eine Haltung die interessant ist und die auch langsam zu uns kommt.
00:20:23: Wir machen's in Frankfurt demnächst auch.
00:20:25: Da gibt es einen Viergeschosser, der bleibt stehen.
00:20:28: Gloria heißt das Projekt und wie ein Bleistift umgekehrt wird sich aus dem Altbau auf einmal zwei Meter entwickeln.
00:20:36: Also dasselbe wie in Australien, aus dem selben Grund die Bevölkerung soll auch der Straße bekannte Gesichter haben und da drüber geht es ab.
00:20:45: Und dass das nicht immer die Wahrheit ist, dass da auch Fassadismus dabei ist, ist klar, nicht alle dieser alten Kneipenhäuser sind nach der Fassade noch das alte Kneippenhaus.
00:20:56: Da muss ja auch der Kern irgendwo hin Und das geschickt zu machen erfordert einige Mühe, besonders für die Tragwerksplaner und die Gründer.
00:21:04: Wohin mit der ganzen Gründung wenn da noch alles möglich an Bestand steht.
00:21:09: aber interessante Methode um uns suggerieren dass sich doch nicht verändert hat wo sie sich total verändert hat.
00:21:17: Ich hätte nochmal eine kurze Frage zu diesen dritten Orten.
00:21:21: wir haben es ja jetzt schon an verschiedenen Punkten immer mal wieder erwähnt Wie öffentlich ist ein öffentlicher Ort, wenn er eigentlich einen privaten Eigentümer gehört?
00:21:33: Also meine Erfahrung ist das.
00:21:34: Wenn man Orte betritt erst mal per se die wenigsten nach einem Grundbuch auszugfragen.
00:21:40: darüber hinaus gibt es aber natürlich das Thema Hausrecht.
00:21:45: da wird's dann natürlich interessant und Es ist eine ganz taktile Abwägung.
00:21:50: also auf der einen Seite möchte man dass diese orte öffentlich zugänglich sind und dass eben auch jenseits einer Nutzerschaft aus dem Haus eine Öffentlichkeit im Gebäude partizipieren kann.
00:22:00: Andererseits gibt es natürlich auch, dafür können wir unsere Augen nicht verschließen, die ganzen gemachten Erfahrungen aus diesen wohlmeinend gebauten Orten aus den Siebziger- und Achtzigerjahren, die sich dann ganz schnell in so Logoorte bewandelt haben weil sie eben die gesellschaftliche
00:22:17: Utopie,
00:22:17: die dahinter steht, sich in der Realität nochmal nicht hundert Prozent abgedeckt hat.
00:22:22: Und das braucht sehr viel Fingerspitzengefühl, das genau und richtig zu machen.
00:22:26: Da auch zum Beispiel Zeiten zu haben in denen solche Orte dann zugänglich sind und zu anderen Zeiten eben vielleicht nicht mehr zugänglig sind weil da eine Nutzerschaft wie Orte belegen würde die man vielleicht nicht haben möchte.
00:22:37: Also ich nehme jetzt mal so ein plakatives Beispiel wenn man einen Gebäude hat mit Hotelnutzung und Büro kann man vielleicht den Gastronomiebereich des Hotels im Erdgeschoss gehen, verlängert somit sozusagen die Nutzung.
00:22:48: Aber man möchte es vielleicht nicht, dass in der nebenliegenden Lobby dann nachts Partys gefeiert werden.
00:22:52: Auch wenn das für den einzelnen Mitmacht vielleicht ganz hübsch ist.
00:22:55: Das können Architekten und Landschaftsplaner das Taktil so zu bearbeiten, dass es auch funktionieren kann.
00:23:02: Ist das ein Thema bei euch in der Ausstellung?
00:23:05: Dritte Orte?
00:23:07: Nicht wirklich.
00:23:08: aber du musst ja dran denken, dass die dritte Ort oder The Great Good Place by Ray Oldenburg in dem Begriff erfunden hat.
00:23:17: Eigentlich handelt es sich bei ihm um deutsche Biergärten, Wiener Kaffeehäuser, britische Pups Buchhandlungen und Friseursalungs.
00:23:25: Alles private Nutzungen, private Häuser wo die Öffentlichkeit sich treffen kann Und insofern sind sie eh schon von seiner Definition her privat.
00:23:34: und wenn du an deiner Asienbesuche erinnerst das Klima ist hart Das Klima is schwierig Man geht in ein Mall und der dritte Ort im Manila ist ein Mall.
00:23:45: Da trifft man sich selten auf einem netten Platz und stets dann Stunden.
00:23:50: Und mit unserem Klima, das sich jetzt leicht verändert, hätten wir in manchen Städten auch gerne einen Mall mit Aufenthaltsqualität gehabt wo wir dann bei vierzig Grad in Ruhe sitzen können Kaffee trinken drinnen klimatisiert.
00:24:04: Insofern ist es eine Klimafrage und deswegen können Malls interessanterweise dritte Orte und öffentliche Collective Spaces sein.
00:24:14: Natürlich herrscht das Hausrecht, Kameras sind überall und so weiter.
00:24:19: Verratet ihr uns noch?
00:24:20: Wie seid ihr eigentlich zu diesem Thema zusammengekommen?
00:24:24: Also wie ist diese Idee der gemeinsamen Ausstellung eigentlich entstanden?
00:24:30: Rudi Schweiermann, wieso oft es schuld!
00:24:32: Rudi hat die Verbindung hergestellt.
00:24:33: ich bin mit dem Thema Repositionierung oder Transformation schon seit einiger Zeit unterwegs bei uns in Deutschland Und habt Rudi damit sozusagen die ganze zeit behalligt.
00:24:43: Und Rudi Widerum hat einen sehr guten Link zu Peter und hat sozusagen einfach A und B miteinander verknüpft.
00:24:48: Er hat sich auch sehr energisch dafür eingesetzt, dass diese Idee, es gibt ja viele Ideen immer, dass die dann tatsächlich in die Realität kommt und das aus einem wünschenden konkreter Zeitraum und aus einer groben Idee ein konkretes Konzept geworden ist.
00:25:03: Wir freuen uns wahnsinnig darauf, uns mal den Raum zu geben so ein bisschen zu spekulieren weil im Alltag gibt's natürlich immer sehr viel Rahmenbedingungen Und wir haben das bewusst so sortiert.
00:25:14: In einem Teil geht es tatsächlich um gebaute Beispiele, ein bisschen gesammelte Best Practice und das sind natürlich nicht nur irgendwelche Projekte die mit Arup zu tun haben, sondern sie sind einfach nur Sachen, die gemeinsam formatiert wurden.
00:25:25: Und dann gibt's einen Teil in dem wir uns erlauben an im Grunde willkürlich gewählten Beispielen in Frankfurt ohne uns konkret auf die Projekten zu stürzen, einfach zu spekulieren.
00:25:35: Da ist jeweils ein junger Architekt oder eine junge Architekte bei uns im Haus sozusagen Eigentümer der Idee Und es bleibt bewusst skizzenhaft.
00:25:44: Es geht eher darum, einen Möglichkeiten herum zu beschreiben, dass wir jetzt sagen lieber Eigentümer XY das hier ist die Idee für dein Haus.
00:25:51: Das maßen wir uns nicht an.
00:25:53: Geht aber schon darum eine gewisse Freude und Wertschätzung zu diesen Gebäuden dann letztendlich in die Stadt zu transportieren.
00:26:00: Wie groß ist denn das Potenzial in Frankfurt am Main?
00:26:03: Ist sehr groß!
00:26:05: Nicht nur in Frankfurt würde ich sagen im ganz Deutschland den ganzen Europa.
00:26:09: auf der ganzen Welt sind die Anzahl der Hochhäuser der Siebziger und Achtziger wahnsinnig hoch.
00:26:16: In Asien wird grundsätzlich alles abgerissen, aber auch sie denken um.
00:26:21: Und auch sie werden die Frage nach der grauen Energie- und CO² für sich beantworten, abgesehen natürlich von Kosten.
00:26:29: Und gelungene Transformation haben meist auch eine Erhöhung des Gebäudes hinter sich.
00:26:35: im USA, wird sehr viel transformiert zum Beispiel in New York.
00:26:38: gerade Da geht es übrigens wie in Australien darum, dass der Stadtbild möglichst ähnlich bleibt und auf einmal wächst.
00:26:44: Auf einem bekannten Gebäude oben noch was raus.
00:26:47: Das ist eine neue These die klappt und ich denke das es da endlos Projekte gibt.
00:26:54: und da die Besitzer die Firmen dem Mieter eine bessere CO-Zwei Statistik vorweisen wollen müssen sind diese Projekten hilfreich um zu sagen wir finanzieren nicht nur bestimmte Dinge sondern im unserem Haus Da haben wir es vorgezeigt, wie man's machen kann und wir sind da vorbildlich.
00:27:13: Also der Bedarf ist unendlich.
00:27:15: Der Mut ist noch nicht so groß wie der Bedarf.
00:27:18: Und die Idee von Arup echte Gebäude zu nehmen aber auf ihre Typologie zu reduzieren und nichts zu sagen das ist übrigens ein Gebäudet der Warn-Württembergischen Versorgungskammer sondern das ist ein Gebärde dass der Kern links oder rechts oder in der Mitte oder hinten Und da könnte man dies und das mitmachen.
00:27:38: Mit so eine Art von Gebäude, wie es z.B.
00:27:41: dasteht.
00:27:42: Weil davon gibt's viele!
00:27:44: Wenn man die Typologie einmal hat merkt man sie gibts ja überall... ...und da passiert was.
00:27:49: und dann kann man sagen Neujahr so, Siebzig Meter Haus gibts auch in Stuttgart und in Hannover und in Hamburg und Berlin und überall.
00:27:57: Und hier gibt´s auch alle mit Kern links rechts Mitte hinten.
00:28:00: Da könnte man Folgendes mitmachen
00:28:03: Wir merken schon, ein bisschen soll auch provoziert werden.
00:28:06: Angeregt werden!
00:28:07: Jan wie sind eigentlich jetzt deine Kollegen dann auf diese Sachen gekommen?
00:28:11: Also gibt es irgendeine Strategie im Umgang mit diesen Häusern oder wie fängt man da überhaupt mal an solche Zukunftszenarien zu entwickeln?
00:28:21: Ich glaube ganz wichtig und das ist natürlich ein bisschen der Gegenposition zu unserer eigenen Ausstellung.
00:28:26: Die Ausstellung ist natürlich für eine Öffentlichkeit gemacht auch ein bisschen mal über das Gewohnte hinauszudenken, wenn wir das jetzt konkret in unsere Arbeit betrachten und die Werkzeugkiste aufmachen.
00:28:39: Das ist eigentlich die allererste Frage, wie viel ist angemessen für dieses Gebäude?
00:28:43: Also der erste Frage ist, dass Gebäudes wirklich gut zu verstehen, wertschätzt zu verstehen und sich auch zu fragen, wieviel Leben steckt denn da so, wie es jetzt ist noch drin?
00:28:53: Und vielleicht ist nach erster Herangehensweise eher kleinere Maßnahmen umzusetzen eine Fassade ins Upgrade zu bringen Nutzungsstruktur zu verändern, eine Optimierung der technischen Systeme durchzuführen.
00:29:05: Das Thema Außenflächen, Dachgärten solche Dinge zusammenzubringen ist es sozusagen fast das minimalinvasive Setup und manche Häuser vertragend sind dann haben die noch mal zehn, fünfzehn Jahre Mi-Zyklus vor sich weil natürlich wollen wir auch des CO² dass in Komponenten gebunden ist die noch ein bisschen was können jetzt nicht nutzlos rausziehen aus dem Gebäude.
00:29:24: Das produziert dann meistens nicht die ganz großen Bilder.
00:29:29: wo ich mich wahnsinnig wohlfühle zu sagen, okay wie revitalisieren wir wirklich ein Gebäude?
00:29:35: Wo man im Regelfall dann an einem Punkt ist, wo wesentliche Komponenten einfach am Ende der Lebenszeit sind.
00:29:40: Das ist im Regelfall die Gebäudetechnik das sind oft Fassaden.
00:29:44: da müssen immer die Frage kann man noch was machen oder kann man Profile wieder verwenden dass man immer denkt Was habe ich da sozusagen auch als einen Schatz mit dem ich weiter arbeiten kann?
00:29:54: Da hat man natürlich auch die Möglichkeit ein bisschen stärker einzugreifen aufzustocken, anzubauen und Fassaden, die nach draußen zu schieben.
00:30:01: Es geht ja letztendlich auch mal darum, dass man einen Gegenwert schaffen muss für die Investition, die damit gekoppelt ist.
00:30:07: Das heißt mehr Fläche kann durchaus ein Argument sein, so ein Gebäude dann eben auch in die Wirtschaftlichkeit zu bringen.
00:30:14: Und das Letzte ist dann zum Beispiel wie das was Peter aus Belgien beschrieben hat jetzt bei den Finalisten im Grunde eine Neuerschaffung aus dem Bestand.
00:30:22: Da sind wir auch in einige Projekte involviert gewesen.
00:30:25: In Sydney zum Beispiel, eins das auch den Hochhauspreis gewonnen hat glaube ich vor vier Jahren, wo man natürlich schon ein bisschen vehementer in den Bestand eingreifen muss um einen Potenzial zu heben und dann eben auch vielleicht ein Gebäudeflügel mal abbrechen muss weil er mit dem Wirklichpartout nichts anfangen kann und dann natürlich entsprechend immer noch gegenüber Abriss- und Neubau ein großes Volumen von CO² einsparen kann.
00:30:47: Und da vielleicht auch mit einem Beispelmarkt zu kommen?
00:30:51: wo wir einen großen Konzern beraten haben und konnten das unterbrechen auf die ganz simple Formel mit der Entscheidung für eine Sanierung im Bestand statt eines Neubaus, können ihr exakt so viel CO-Zwei einsparen wie ihr als ganze Konzernen im ganzen Jahr produziert.
00:31:08: Natürlich wohnt man in dem Haus ein bisschen länger als den Jahren – so findest du es ist etwas Äpfel und Birnen miteinander zu vergleichen – aber ich sage mal einem Entscheidungsgremium am Vorstand ohne Entscheidungen auf den Tisch zu legen und zu sagen hey links oder rechts bedeutet dass ist eigentlich ein ganz guter Hebel.
00:31:23: Die Kosten sind es dann nicht unbedingt, die bleiben sich dann wahrscheinlich gleich als Argument?
00:31:28: Das hängt ein bisschen davon ab was man macht.
00:31:30: also ich sage mal je mehr man tut das zu mehr ist man bei den Investments und einem Neubau.
00:31:35: aber man hat natürlich die gute Lage die Bestandsgebäude bietet Man hat die CO-Zweihemissionen, man hat die Vorteile in der Finanzierung und das bleibt natürlich!
00:31:44: Man kann auch Zeitsparen weil man nicht abreißen muss alles weg schaffen Die Tiefgarage rausziehen, um dann das Neue einzuplanzen.
00:31:55: Das spart ja je nach Abrissmethode ganz schön Zeit die man eben nicht investiert.
00:32:02: und die Frage des Standards besonders Ausbaustandards Lärmschutz und ähnliches ist eine Frage der Firma die da reinkommt.
00:32:10: also ein Projektentwickler hat mir erzählt dass wenn man mehr Nutzungen hat das Risiko in die Zukunft zu denken, was passiert eigentlich in fünf Jahren?
00:32:20: In zehn Jahren.
00:32:21: In fünfzehn Jahren wenn ich drei verschiedene Nutzungsarten habe ist die Chance dass alle drei das Interesse verlieren geringer als wenn ich einen Hauptmieter so hab der nach zehn jahren sagt Das war's und dann stehst du wieder bei null da.
00:32:37: Und wenn du schon weißt dass du mit einem ähnlichen Grund diese und jenen Nutzung verändert hast Dann kannst du natürlich ein, der Ausfeld von dreien ersetzen durch vielleicht eine andere Nutzung bei nicht ganz so großer Fläche.
00:32:50: Also Minimierung des Risikos für den Investor für das ganze Gebäude.
00:32:56: Wir sehen jetzt schon Frankfurt gestaltet sich als sehr gutes Versuchslabor.
00:33:01: also wenn es da funktioniert nehmen sich vielleicht auch andere Städte ein gutes Beispiel daran.
00:33:07: Jan was können die Hochhäuser von gestern?
00:33:11: Den Hochhäusern von heute eigentlich beibringen.
00:33:14: Ihr habt ja jetzt sehr viele Bestandsgebäude analysiert, was ist euer Learning daraus?
00:33:21: Was wir gesehen haben tatsächlich in Gebäuden ist zum Beispiel manchmal eine etwas verschüttete, etwas angestaubte Vision und eine Haltung, eine architektonische Haltung die man durchaus unterstützen kann wieder rauszuarbeiten nicht unbedingt in der eins zu eins Form wie man sie vorher hatte.
00:33:39: Aber ich sage mal, wir waren ganz überrascht.
00:33:41: Wir haben teilweise beim Gebäuden entdeckt dass es ganz tolle Außenraumkonzepte gab die eben über die Jahrzehnte bewässert wurden oder das ist ganz ambitionierte Nachhaltigkeitskonzepten gab die sozusagen damals weit ihrer Zeit voraus waren dann vielleicht nicht ganz so funktioniert habe wie sie sollten den man aber mit den Möglichkeiten die wir heute haben tatsächlich zum Erfolg verhelfen kann also wo man eben nicht sagen muss alles gerade einmal neu sondern nur ein vorhandenes starkes Konzept einfach in die nächste Version bringen.
00:34:10: Das sind tatsächlich positive Dinge, die wir sehen und muss aber auch ehrlich sein dass viele von den Gebäuden durch ihren Maßanzugscharakter eben schwieriger in die heutigen Nutzung zu bringen sind und da einfach sehr viel Kreativität gefordert ist und ein bisschen unkonventioneller Lösungen zu finden.
00:34:27: Ich sage mal wie man einen Industrieloft in die Transformation bringt das wissen alle, da braucht keiner mehr Fantasie aufwenden.
00:34:32: jetzt geht es sozusagen um das nächste Level die Fantasie, die Kreativität reinzubringen um etwas spröderer Gebäude in die Zukunft zu führen.
00:34:42: Na wie vor werden ja auch noch Hochhäusern neu gebaut?
00:34:45: Gehen wir da in diesen Neubauten dann wenigstens schon heute so ran dass sie in Zukunft zu transformieren sind oder bauen wir nach wie vor eigentlich noch diese Masanzüge?
00:34:58: Das Problem ist das wir immer noch Tiefgaragen bauen und Viergeschossete Tiefgaragen ist zum Beispiel keine nachhaltige Angelegenheit.
00:35:08: Wenn man sich vorstellt, dass man möglicherweise weniger Autos benutzen wird, dann stellt sich doch die Frage, wofür habt ihr eigentlich die ganzen Kubikmeter in der Erde angelegt?
00:35:19: Was wollt ihr eigentlich in Zukunft damit machen?
00:35:22: Da war ein früherer Hochhauspreisgewinner in Mexico City weiter, der das für eigene Kreise mitentwickelt hat also Familien zusammengetan haben Und wo die sagten, fünfzig Prozent aller heute notwendigen Packplätze haben wir oberirdisch gemacht mit drei Meter Geschosshohe oder dreifünfzig damit sie ohne weiteres als Loft genutzt werden können.
00:35:44: Die andere Hälfte ist unter der Erde weil wird davon ausgehen dass wir einige schon noch gebrauchen können und die Rampen sind auch so das erste Untergeschoss zum Beispiel nur für Fahrräder sein kann.
00:35:55: wenn es in Mexiko City einen Fahrrad Boom geben sollte was nicht auszuschließen Und das war zum Beispiel klug voraus gedacht und ist bei manchen heutiger Projekte nicht so, dass sie diesen Punkt ausreichend bedenken.
00:36:09: Giefgarage ist teuer und man muss darüber nachdenken was man damit macht.
00:36:14: wenn die schon da ist und ich sie nicht abreiße okay dann kann ich da überlegen was man daraus machen könnte.
00:36:21: Was mir noch eingefallen ist bei alten Gebäuden aus den Siebzigern manchmal sind die städtebaulich markant und in einer Weise und Höhe, wie man heute das Baurecht gar nicht kriegen würde.
00:36:34: Und wenn man sie abreißt wird es auch nicht wieder entstehen wird.
00:36:39: Das heißt ist vielleicht gar nicht so schlecht Sie zu halten weil man dann diese Kubikmeter und Masse an der Stelle hat.
00:36:46: Man muss es nur updaten.
00:36:48: Man muss dann schauen was eine markante Architektur Heute Wie sieht ihr aus?
00:36:52: An der Stelle Wenn das Ding schon stelle baulich so prominent da ist.
00:36:56: Da gibt es übrigens viele Beispiele überall, wo man sagt ist das eine städtebauliche Sünde?
00:37:02: Es könnte aber auch was Schönes werden und dann ist es keine Sünde mehr.
00:37:06: Bordeaux zum Beispiel, Lacquer de Vassal.
00:37:08: Die stehen am Stadtrand die sünden.
00:37:10: jetzt haben sie umgebaut.
00:37:12: Das will da jeder wohnen.
00:37:13: also man könnte dass böse ins gute Umwandeln.
00:37:16: wenn man's entfernt darf man nicht mehr so hoch bauen der wirds auch keine Städtebauer dominant zu mehr geben.
00:37:23: Wir kommen schon quasi in die Schlusskurve unseres kleinen Podcasts heute und wer uns kennt, wir haben zum Schluss immer auch noch persönliche Fragen an euch beide.
00:37:33: Jan welches Hochhaus weltweit schon abgerissen bestehend oder vielleicht erst noch in Planung?
00:37:40: Welches Hoch Haus macht alles richtig?
00:37:44: also welches ist vielleicht auch dein Lieblingshochhaus?
00:37:48: Mein Beispiel wäre der Keyportetower in Sydney, den wir die Ehre hatten mit ihrer XN zusammen zu betreuen.
00:37:54: Weil ich finde dass das ein schöner Appetit haben ist um Lust auf Bestand zu machen und von da an nehmen was jetzt und nehmen uns ein etwas sperrigeres Gebäude als nächstes das dann das nächste schönste Hochhaus der Welt.
00:38:07: Peter welche Ausstellung willst du uns unbedingt ans Herz legen?
00:38:12: Na ja, über diese Ausstellung haben wir jetzt geredet.
00:38:15: Zwei Wochen später eröffnet der Hochhauspreis.
00:38:18: das Ganze ergänzt sich natürlich.
00:38:20: die Beispiele aus dem Preis nicht in dieser Ausstellung.
00:38:24: Es doppelt sich nicht und wir reden über Hochhäuser und mich freut nach zwanzig Jahren Beschäftigung mit dem Thema dass ich merke, dass in Europa inzwischen darüber nachgedacht wird wie könnte man öffentlichen Grund und Boden weniger nutzen und verdichtet arbeiten, wäre es nicht besser in die Höhe zu gehen um mehr Platz zu haben für Flächen.
00:38:48: Für Grün die Menschen wenn die öffentlichen Verkehrsmittel da sind dann sind die EDA die Erschließung ist da.
00:38:54: also der Hochhausgedanke habe ich gerade im Wien erlebt lebt auf wie bauen haufenweise Wohnhochhäuser von hundert Metern sogar extra um Flächen zu sparen Und um verdichtet zu wohnen, damit sie Traumomen mehr Parks anlegen können.
00:39:11: Da dachte ich die Diskussion hört sich ja genauso an wie mit den Behörden in Singapur.
00:39:15: interessant.
00:39:17: dass die Gedanken jetzt nach Europa geschwappt sind und das Hochhaus nicht mehr böse angesehen wird sondern als Verdichtetes Element um mehr Fläche und Qualität zu schaffen finde ich super!
00:39:28: Also da geht es weiter in der Richtung und deswegen sind die beiden Ausstellungen sehr passend zueinander.
00:39:34: Vielen Dank für eure Zeit.
00:39:37: Manche Gespräche enden ja mit einer Antwort, andere mit einer neuen Frage.
00:39:41: Ich glaube wir gehen mit beidem raus.
00:39:44: Wir haben heute neue Antworten bekommen aber sicherlich auch noch mal neue Fragen die entstehen, die vielleicht in einer der beiden Ausstellungen auch beantwortet werden.
00:39:53: und an unsere Hörerinnen vielen Dank fürs dranbleiben!
00:39:58: Und wir freuen uns auf den nächsten Perspektivwechsel.