Transkript

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00:00:00: Architektur und Aktivismus hängt als Alliteration doch miteinander zusammen.

00:00:20: Und kuratierst du lieber oder baust du lieber?

00:00:23: Auch da würde ich sagen, das hängt sehr stank miteinander zusammen!

00:00:28: Kuratieren bedeutet Dinge in Verhältnis zueinander bringen und ich würde den Begriff des Kuratierens immer auch als Teil einer architektonischen Praxis sehen, auch beim Bauen.

00:00:38: Jan Karpfsoff betrachtet Architektur nicht als abgeschlossenes Objekt sondern als offenen Prozess.

00:00:43: mit seinem Büro Modolo Beat bewegt er sich seit vielen Jahren zwischen Architektor Kunst Stadtforschung und kultureller Praxis.

00:00:50: ob Freihaus MS, temporäre Interventionen im öffentlichen Raum Zwischennutzungen Installation oder experimentelle Lehrformate Es geht immer um die Frage, wie Räume Austauscher möglichen, konflikte Sichtbar machen und gesellschaftliche Transformation begleiten können.

00:01:06: Auch in der Lehre sucht er noch offenen kollaborativen und experimentellen Formaten jenseits der klassischen Architekturlehre.

00:01:12: Im Young Talks Podcast sprechen wir Dr.

00:01:14: Uwe Bresern und Eva Herrmann heute mit Jan Kamsow über Verhandlungsräume, temporäre Architekten, kollektive Prozesse Die Schöne des Unfertigen und die Frage ob die Welt vielleicht längst gebaut ist.

00:01:27: Da haben wir uns ordentlich was vorgenommen.

00:01:29: Deswegen an dieser Stelle Jan, herzlich willkommen!

00:01:32: Schön dass du heute bei uns bist.

00:01:33: Schön das ich da sein darf.

00:01:35: Wir haben gerade schon vieles gehört und wenn man auf deine Arbeit schaut dann tauchen plötzlich ganz viele Rollen auf Und man weiß gar nicht mehr so genau.

00:01:41: Bist du Architekt-Kulturproduzent?

00:01:43: Gastgeber Lehrer Aktivist Netzwerker Moderator.

00:01:47: Deshalb vielleicht die wichtigste Einstiegsfrage für uns und unsere Zuhörerinnen als Was würdest Du Dich denn selber bezeichnen?

00:01:54: Das ist ja alles Architektur, würde ich antworten.

00:01:57: Weil Architektor genau diese Dimension mit sich bringt.

00:02:00: über Architektauer muss kommuniziert werden.

00:02:02: Architeektur ist per se auch immer in der gastgebenden Rolle.

00:02:06: Wir wissen dass Architektion nur im kollaborativen Prozess besteht und dieses Spannungsfeld das macht für mich sozusagen diesen erweiterten Architekten Begriff auf den ich gerne lebe und den ich leere und teile und weiter vorantrage denke ich.

00:02:21: Und das spiegelt sich schon im Namen deines Büros Modolor-Beat.

00:02:26: Was versteckt sich in dem Namen?

00:02:28: Es gibt zwei Zugänge, der eine ist eher so akademisch, indem er den menschlichen Maßstab in Corbusies Modolor verbindet mit einer rhythmischen und interdisziplinären, also einer zeitlichen aber auch einer interdiszipinären Komponente.

00:02:42: Da trifft im Prinzip Raum, Mensch, Maßstabe auf Zeit und einen erweiterten Kultur- und Architekturbegriff.

00:02:50: Die andere Erklärung ist, es war ein Partyname im zweiten Semester den wir erfunden haben und unser DJ sagt das ist doch der Modular Beat.

00:02:59: Und es gab einen Corbusier Lookalike Wettbewerb und aus dieser Party Reihe hat sich ein Label entwickelt wo wir alles zusammengefasst hatten was wir so im Studium parallel zum Studium gemacht haben.

00:03:11: dazu zählte dann aber auch eine Kaffeebar Gründen die Jahresausstellung neu erfinden oder überhaupt in Münster erfinden Und daraus ist dann irgendwann ein Büro entstanden.

00:03:22: Kein ganz klassisches Architektur-Büro, aber wir haben schon Münster gehört als Stichwort gerade eben?

00:03:28: Ja da habe ich studiert, da lebe ich, da haben wir unser Büro.

00:03:32: Münster ist eine sehr tolle Stadt an diesem perfekter Maßstab.

00:03:36: also man ist sehr eng verbunden und wir vor allen Dingen weil wir neben den Studiums auch immer wieder diese kulturelle Welt und vor allem auch die Skulpturprojekte als Ausstellungsformat Mitbegleitet haben, würde ich was sagen.

00:03:49: Wir waren immer bisher involviert.

00:03:52: Ich dachte jetzt gerade das Uwe ein bisschen auf Bielefeld die Stadt dies nicht gibt abzielt aber er meint tatsächlich Münster.

00:03:57: und da ist natürlich das nächste Stichwort was uns einfällt Freihaus MS.

00:04:02: Was verbirgt sich denn dahinter?

00:04:04: Ja freihaus ist tatsächlich ein Projekt was im Übergang von unserem Studium in die sogenannte Praxis entstand.

00:04:12: wir hatten nach dem Studium eben dieses Bedürfnis dass das Engagement als Studierende in Jahresausstellungen, in Vortragsorganisationen aufgebaut hatten.

00:04:22: Irgendwie jetzt in die weite Welt auch tragen und dass wir selber Anlässe haben auch andere einzuladen.

00:04:27: Und es gab parallel eine Bewerbung für die Kulturhauptstadt Europas von Münster und waren dann auf einmal Teil dieses Bewerbungsprozesses und Freihaus war sozusagen unser Prozess.

00:04:38: Und Freihau ist ein Netzwerk wo wir nicht nur mit Architektinnen sondern mit Journalisten, Fotografen, DesignerInnen und zusammengetan haben, um statt einfach offen oder breiter zu diskutieren.

00:04:50: Und ist mittlerweile mehr als zwanzig Jahre her und gibt es immer noch.

00:04:55: Wir sind sehr froh eigentlich dass uns parallel zum Büro so eine Initiative begleitet die einfach diesen Raum nochmal anders öffnet.

00:05:02: Wenn wir von Raum sprechen, ist das ein festes Gebäude?

00:05:05: Ein fester Raum oder habt ihr wechselnde Orte?

00:05:08: Das ist interessant weil Freihaus sich nie als Objekt verstanden hat und auch dieses Haus eigentlich nie als objekt wollte.

00:05:16: Man sagt ja ein Paket wird frei Haus geliefert, das heißt es ist kostenfrei.

00:05:20: Es wird direkt zugestellt.

00:05:21: Das hat keine Schwelle und im Mittelalter gab es die Freihäuser.

00:05:25: Die hatten innerhalb der Stadt ihre eigenen Regeln.

00:05:28: Das ist das Haus, die Stadt anders denken und eben deshalb dieser Claim statt ist wenn man drüber spricht.

00:05:34: also statt entsteht im Dialog.

00:05:36: Und dann war bei zwei tausend siebzehn in dem Moment dass wir dieses Haus indem wir gearbeitet hatten verlassen mussten Und Skulpturprojekte und die Stadt Münster uns halt ansprach, möchtet ihr eigentlich nicht diesen Ort als Abschluss vor dem Abriss zu einem Sommerprojekt machen?

00:05:50: Oder auf einmal war das das Freihaus.

00:05:52: Also im Jahr zwei tausendsehnt haben alle gesagt wir fahren da zum Freihhaus weil es eben diese temporäre Sitzung Hauswertungen sich fuhr und auf einmal auch ein Objekt war.

00:06:01: Das ist aber mittlerweile abgerissen und seitdem sind wir wieder nomadisch an verschiedenen Orten unterwegs.

00:06:07: Wenn wir uns seine Arbeiten anschauen und auch so wie du selber darüber sprichst, redest du am liebsten gar nicht über das gebaute Haus oder vielleicht nicht über Räume im klassischen Sinn sondern du redest von Verhandlungsräumen.

00:06:20: Was wird jetzt eigentlich in deinen Räumen verhandelt?

00:06:23: Welche Konflikte welche Öffentlichkeit möchtest du ansprechen und wie funktioniert es in den Räumen die Du als Gastgeber Kurator Architekt zur Verfügung stellst?

00:06:34: Also meine Räume sind eigentlich unsere Räumen, weil ich mache das ja nicht alleine.

00:06:38: Ich habe einen ganz tollen Berufpartner den Marc Gönneweg der auch auf vielen verschiedenen Ebenen unterwegs ist und die Räumer entstehen immer im größeren Team miteinander.

00:06:47: Das würde ich nur sagen dass es immer ein Wir ist, weil wir ja auch was mit diesen Verhandeln zu tun hat.

00:06:53: Und ich glaube wenn unsere Arbeit einen Zusammenhang wirklich hat dann ist es, dass wir in den Projekten immer größere Themen verhandeln und darauf eigentlich mit sehr passgenauen, aus unserer Perspektive passgenaueren Antworten versuchen zu reagieren.

00:07:10: Das kann eine Architektur sein – das freut uns immer sehr!

00:07:14: Das kann aber auch etwas anderes sein.

00:07:17: Manchmal ist es sozusagen ein Vortrag, manchmal ist es ein Lehrformat, manchmal isst es ne Party... Und das interessiert uns.

00:07:25: Ich kann das so mal an zwei Projekten ganz explizit machen.

00:07:29: in Bochum hatten wir die Möglichkeit Nachdem wir eine Recherche über die Region ohne Wachstum gemacht hatten am Stadtrand von Bochum, die Einladung ein Objekt oder eine künstlerische Arbeit zu machen für das Schauspielhaus und die urbanen Künste Ruhe.

00:07:45: Kurz davor hatte Opel angekündigt, dass Werk Bochums zu schließen.

00:07:50: Und es war also wirklich die Frage wie verhandeln wir eigentlich die Zukunft einer Region ohne wachstume?

00:07:56: Und wir haben dafür einfach eine Sauna gebaut, die dazu eingeladen hat und zwar nicht wie man das beim Saunen normalerweise im Kollektiv macht sondern individuell.

00:08:04: Die Sauna für eine Person, die One-Man-Sauna da reinzugehen und sich Gedanken zu machen über eine mögliche Zukunft – über die Frage von Eigenverantwortung, ob die Freizeitgestaltung, die Eigenveranstaltigkeit einer individuellen Zukunft ein Privileg ist nämlich auch das Privilegg in dieser Sauna zu sein.

00:08:21: Und diese Sauna ist halt eigentlich ein Betonknast, in dem man fast eingeschlossen ist und das kann man auch verstehen als eine diesen Zumutung da reinzugehen.

00:08:30: Man hat einfach über die Architektur genau diese Erfahrung, die wir glauben, die man hat wenn sich Strukturen verändern, wenn Transformation stattfindet.

00:08:38: oder die blaue Stunde, die Wir im Spree Park in Berlin realisieren durften.

00:08:44: Da handelt es sich um einen vier Spezialitätenrestaurant aus dem einzigen Freizeitpark entstanden ist, während der DDR gegründet wurde.

00:08:52: Ein Typenbau und es stand als eine Ruine dort... Und wir wurden gefragt ob wir innerhalb einer künstlerisch-räumlichen Forschung die Potenziale von dieser Ruine quasi aushandeln durften?

00:09:03: Und haben das dann überführt in einen neuen Freiraum, der eben damit arbeitet.

00:09:07: Das was wir eigentlich verhandeln wollen ist wie gehen wir um mit einem Erbe, was sozusagen eine schwierige Geschichte hat, was für Scheitern steht eröffneten Verhandlungsraum, der das als eine positive Erzählung in die Zukunft formuliert.

00:09:23: Wie kommt Ihr an Eure Aufträge?

00:09:25: Das klingt jetzt alles nicht nach den Bauern, die man so findet wenn man ein bisschen Werbung für sein Architekturbüro macht sondern erscheint da schon in bestimmten Netzwerken aktiv.

00:09:36: Ich glaube wir sind es für bestimmte Themen bekannt und das sind ja dann auch Nicht-Aufträge, die Man einfach bekommt.

00:09:43: Sondern Es sind immer Beziehungen Gespräche.

00:09:46: Tatsächlich, beide Projekte hängen mit der gleichen Person.

00:09:49: Katja Aßmann zusammen, die da als Kuratorin sowohl im Spreepark Art Space wie auch für die urbanen Künstlerur aktiv war.

00:09:57: aber es fängt eigentlich immer so an dass man Ergebnisoffene sich trifft für ein Gespräch.

00:10:02: Wie gesagt den Bochum haben wir erst eine Studie gemacht über Grenzräume und uns gefragt wie das Ruhrgebiet als Metropole gelesen werden kann Und daraus entsteht dann sowas.

00:10:12: Ganz selten ist es so, dass wir gefragt werden könnt ihr einen Pavillon bauen?

00:10:16: Als wir das erste Mal für die Skulpturprojekte gearbeitet hatten wurden wir gefragt ein Tresen im Museum zu bauen und wir haben gesagt vielleicht wäre es besser einen Pavillon auf der Rückseite zu bauen weil das ist ein ganz schräger Ort eine Arbeit von Ottopine die nicht wertgeschätzt wurde Im Stadtraum.

00:10:33: Wir haben den Gegenvorschlag gemacht wir bauen einen Pavillion.

00:10:36: damals Kaspar König war begeistert und hat es möglich gemacht indem er Geld organisiert hat.

00:10:41: also so einfach war das da.

00:10:44: Aber das hört sich fast ein bisschen an dass man mit temporären Sachen bevor sie sich verstetigen, ganz andere Dinge möglich macht als wenn's gleich als etablierend gedacht wird oder?

00:10:56: Ja ich denke schon weil das Temporäre zunächst mal auch immer bedeutet dass es irgendwann wieder weg sein kann.

00:11:04: Und das hilft glaube ich unheimlich dabei zu sagen, wir wollen ausprobieren.

00:11:09: Wir wollen testen.

00:11:11: Interessanterweise das berühmteste temporäre Gebäude der Welt ist der Eifelturm und offensichtlich steht er noch.

00:11:18: Den hätte man sich wahrscheinlich als dauerhaftes Objekt nie so vorstellen können.

00:11:22: aber dann verändert sich die Welt und bei der blauen Stunde ist es auch so, sie ist gerade wieder Baustelle weil sie eben in eine Dauerhaftigkeit transformiert wird.

00:11:29: Aus unserer Perspektive wird sie sich gar nicht verändern in ihrer Erscheinung, sondern eher das Umfeld.

00:11:33: Und da haben wir genauso einen Moment wie dieses Erproben, und das ist glaube ich was ganz Besonderes.

00:11:38: Das Erprobe und das Testen am Ende dazu führt dass man im Prozess sich dann für eine dauerhafte Lösung entscheidet, wenn man sie eben vorher wirklich auch probiert hat und evaluiert hat auch.

00:11:50: Jetzt muss ich mal kätzlerisch fragen.

00:11:52: also ihr macht Diskussionen, ihr macht Parties, temporäres Veranstaltungen, Gesprächsformate.

00:12:00: kann man mit Architektur allein als mit klassischer Architektor die Welt nicht mehr verändern?

00:12:05: Also ich habe mir diese Frage einfach nie gestellt, weil die architektonische Praxis sehr breit.

00:12:12: Der Kaspar König von dem ich ja vorhin sprach als einer unserer ersten Auftraggeber hat ja immer gesagt Kunst ist das was Künstler machen.

00:12:20: also ich würde sagen Kunst ist dass was KündnerInnen machen und in dem würde sagen Architekt ist es was Architektenen machen zum Beispiel Podcasts.

00:12:29: Und für mich wäre auch die Podcastproduktion eine mögliche architekturne Praxis Weil sie verändert vielleicht viel mehr als das gebaute Einfamilienhaus, was du noch heimlich in deinem Portfolio irgendwo hast Uwe.

00:12:44: An der Stelle muss ich aber auch einhaken.

00:12:47: tatsächlich merken wir mit der Podcastserie dass vielmehr aus den inneren Interessen gesprochen wird also dass man nur über die reine jetzt sage ich auch ketzelisch dekorative Räume gesprochen wird.

00:12:58: und das ist ja das was uns interessiert und das was glaube ich auch ein bisschen zu kurz kommt das was du gerade gesagt hast Da schließt sich wieder der Kreis zum Verhandeln und zu kuratieren.

00:13:07: Ich finde das spannend, anscheinend entsteht so ein gesellschaftlicher Diskurs eben nicht über die klassische Architektur.

00:13:13: Da frage ich mich manchmal, woran das liegt.

00:13:15: oder gab es mal eine Zeit quasi als Architektor das besser konnte?

00:13:20: Naja, ich glaube dass die Architektur als so eine abgeschlossene selbst referenzielle Disziplin gerade nicht besonders hilfreich ist.

00:13:28: also indem wir sagen Weil Vitruv und da, dann haben wir doch hier.

00:13:32: Und alles bezieht sich auf sich selbst weil wir erleben ja dass wir eine Gesellschaft haben und eine wie man so sagt gebaute Umwelt oder man kann auch einfach sagen eine Welt zu der wir in Beziehung stehen wollen und dafür braucht es ja Techniken und Formate Wie wir mit dieser welt umgehen und wie wir sie gestalten?

00:13:49: Und dann glaube ich das spricht sehr viel dafür Dass wir das mit Themen machen und dafür die richtigen formate suchen.

00:13:57: Ja und ich glaube da nehmen wir uns einfach die Freiheit, diese Formate zu suchen und zu wählen.

00:14:04: Und mal ist das dann etwas was im klassisch baulichen abläuft.

00:14:08: Das was wir aber schon suchen ist die Relevanz also sozusagen Spielraum den wir haben und Gott sei Dank kommen nur ganz wenig Menschen zu uns und fragen uns nach Dingen wo es diesen Spielraum nicht gibt sollen.

00:14:19: sie suchen uns weil sie ja diesen Spielrahmen verhandeln wollen und unsere Arbeiten kennen und dann wird's interessant und ob dass dann Ein Format des Bauens ist oder ein Format, des Diskutierends.

00:14:30: Das Fotografiens

00:14:32: was natürlich wieder dieses Niederschwellige hat und mit den Leuten die es eigentlich betrifft in Kontakt zu treten und nicht innerhalb der Bubble zu sein und auf einer sehr theoretischen abstrakten Ebene Raum zu verhandeln sondern man muss ja genau da dieses Ohr an der Gesellschaft haben.

00:14:46: also ihr habt quasi eher Gesellschaftsprojekte als Architektur Projekte

00:14:50: Na klar!

00:14:51: Also weil das ist ja das was wenn wir über gesellschaftliche Relevanz sprechen was dann der Antrieb ist und auch in der Beurteilung, der Ausrichtung der Projekte.

00:15:01: Manchmal passiert das einfach um mal – es ist auch ganz explizit -, dass wir da reingehen und sagen, das wollen wir machen!

00:15:07: Ich bin ja mit Initiator des großen Hochschulen-Netzwerks gemeinsam für die Bauwende bei Architects for Future.

00:15:14: Da hat mir eine ganz klare Vorstellung mit Kolleginnen zu sagen, wenn wir die BauWende in die Lehre bringen wollen, was Elisabeth Bröhrmann damals Petitionsausschuss in Bundestag gesagt hat allererstes geht an die Hochschulen.

00:15:26: In den Ball haben wir mit ihr dann auch aufgegriffen und dann machen wir das eben genau sehr, sehr bewusst so.

00:15:33: Und diese Bubble von der du gesprochen hast versuchen wir gerade auch aktuell zu durchbrechen mit der aktuellen Reihe wo wir diesen Blickwechsel Bauwände aufmachen und eben genau fragen wie gehen die Bauingenieurinnen damit um?

00:15:43: Wie ist es in der Landtagsarchitektur?

00:15:45: was sagen die Sozialwissenschaften Um immer wieder zu fragen, was ist unsere Rolle, die eine Relevanz und auch eine Wirkung haben kann als Plannerin?

00:15:53: Vielleicht muss man da jetzt noch ein kleines Disclaimer dazu packen.

00:15:56: Die Ringvorlesung Bauwende geht gerade in die dritte Runde des Dritteljahres.

00:15:59: Und alle Sachen sind auf YouTube nachhörbar.

00:16:02: Alles ist gespeichert und kann von allen anderen abgehört werden.

00:16:05: Was natürlich ein toller Fundus ist um einfach aus verschiedensten Perspektiven heraus wie die Welt sich verändert oder auch verändern müsste und könnte abzusehen.

00:16:15: Und um das zu ergänzen, es ist ein offenes Netzwerk.

00:16:17: Das heißt wenn sich Personen die in der Lehre tätig sind dafür einsetzen wollen die Themen der Bauwände stärker zu verankern sind sie eingeladen mitzumachen.

00:16:27: Die kleine Hürde ist dass man einfach Fördermittglied oder Mitglied bei Architekt per Future wird.

00:16:32: und das Netzwerk ist gleichzeitig auch eines was ich versucht und das ist ja im Wissenschaftsbetrieb eher unüblich sehr kollaborativ über einen Teilen von Dingen einzuwirken Und wir hinter den Kulissen natürlich nicht nur eine Ringvorlesung machen, sondern auch physische Netzwerktreffen machen online Veranstaltungen.

00:16:50: Aber wo es dann auch viel weitergeht?

00:16:52: Da ist die Bauwende und auch die Frage wie arbeiten wir zusammen?

00:16:55: Wie teilen wir wissen?

00:16:57: Wie stützen wir uns auch gegenseitig in unseren Rollen bis hin zu politischer Arbeit dass wir vor zwei Jahren die dekane Konferenz der Universität und Akademie dazu gebracht haben Die Forderung der Architects for Future an der Dresdener Erklärung ganz klar zu Stützen und aufgerufen haben, das in die Lehrpläne der Universitäten auch zu bringen.

00:17:16: Und das ist also ganz vielschichtig!

00:17:18: Aber es eben für mich auch Teil einer architektonischen Praxis letztlich?

00:17:23: Dann sind wir eigentlich schon bei dem Thema Lehre angekommen was hier auch noch bei uns auf dem Zettel steht.

00:17:29: Du warst die letzten Jahre vor allen Dingen in Berlin tätig als Gastprofessor und bist jetzt frisch berufen an der Universität Sieben.

00:17:38: Schon in Berlin hast du dir einen Ruf aufgebaut Mit experimentellen Lehrformaten, die also anders funktionieren als bisher.

00:17:46: Nimm uns doch mal mit in deine Idee von einer zeitgenössischen Architekturlehre.

00:17:51: Ich glaube seit dem Jahr zwei tausend neun, als wissenschaftlicher Mitarbeiter begonnen bin ich in der Grundlehre aktiv gewesen an der Uni Kassel und dann hatte man seine Tools schon entwickelt.

00:18:02: und dann im Jahr zweitausend siebzehn an der TU Berlin Und im Jahr twohundneinzehn war so der Moment, wo wir gemerkt haben das dann eine junge Generation von Menschen auf die Straße geht um für eine bessere Welt und Klimakrise, Fridays for Future usw.

00:18:17: zu protestieren.

00:18:19: Wir uns gleichzeitig zur Frage gestellt haben.

00:18:20: wie können wir eigentlich eine Lehre machen, die sozusagen innerhalb der sogenannten planetaren Grenzen auch funktioniert?

00:18:26: Und versprechen äußern dass das auch mit Architektur möglich ist und dass Architektor eben nicht nur Verursacher von diesen großen Themen ist, also wie Jean Schellen Huber immer sagt zu der Elefant im Klimaraum.

00:18:38: Die Architektur das Bauwesen in weitesten Sinne und wenn man das ernst meint dann hat es so ähnliche Aspekte wie ich das vorhin schon angedeutet hatte.

00:18:46: Also wir müssen uns darüber nachdenken was unterrichten wird.

00:18:48: wer steht uns dagegen über?

00:18:50: welche Rolle hat bei mir eben das Entwerfen da drin?

00:18:53: Wie können wir Mechanismen der Konkurrenz abbauen?

00:18:56: Wir können die Kollaboration fördern wie können wir auch diese kommunikativen aspekte mit einbauen.

00:19:01: Wie können wir sozusagen so Regime des Drucks und das Zwangs ablösend durch eine positive, lustvolle Erzählung?

00:19:09: Und am Ende auch wie kann man Humor auch mit in die Lehre einnehmen?

00:19:14: und den braucht man eben weil letztlich steht man da und muss ja den jungen Menschen sagen ganz ehrlich ich weiß auch nicht was die Lösung sein wird und wir finden das mal gemeinsam raus.

00:19:24: Und dieser Perspektivwechsel hat uns genau dazu aufgerufen, also in Berlin war das Team Deko Design Construction.

00:19:31: Uns als Team auch zu hinterfragen und haben dann angefangen die Erstsemesterlehre anders zu denken und gleichzeitig dann im Master auch so diese Verhandlungsräume als Thema mit einzusetzen bisschen aber auch dass wir versucht haben in Formate wie den Rundgang reinzuwirken und so eine Art größeres Wir am Institut für Architektur zu formulieren oder zu finden.

00:19:53: Ein Format, was vielleicht das am besten beschreibt ist die sogenannte freie Klasse.

00:19:58: Das ist ein Format für freie Arbeiten und Abschlussarbeiten, die ich sage immer im erweiterten Transformationskosmos stattfinden dass nicht einen Start- oder Endpunkt hat sondern eher kontinuierlich überlatend Gruppen die Möglichkeit bieten mit mir aber auch untereinander den Diskurs zu führen Und aus dieser Kultur heraus Ganz fantastische Arbeiten entstanden sind.

00:20:22: Ihr hattet der Caro von Hammerstein und Herr Kellmann hier mit der ausgezeichneten Arbeit Forrest & Phoenix, da gibt es eine ganze Reihe von Arbeiten die mich sehr freuen weil man merkt dass dieser offene Verhandlungsraum eben auch als ein Lehrformat ganz fantastische Ergebnisse erzeugt und fast so eine Art Familie die jetzt auch weitergetragen wird über die Uni Zeit in Berlin hinaus.

00:20:44: Kann es sein also das Fridays for Future einen unglaublichen Einfluss auf die Architekturlehre hat?

00:20:51: und also auch weiterhin, glaube ich, haben wird.

00:20:54: Auf die eigentliche Architektopraxis, die dann die Studierenden in der Folge im Büro absolvieren einen nur sehr geringen?

00:21:04: Das ist natürlich nachvollziehbar weil wir ja uns entschieden haben nicht für ein Markt auszubilden, der so ist wie er ist sondern das ist ja unsere Aufgabe als Universitäts Lehrende für Zukunft auszubilden.

00:21:23: Und wenn die Praxis noch nicht so weit ist und das hat sich verändert, ich glaube wir sind an den Unis an vielen Stellen schon weiter braucht es einfach Kompetenzen und dann kommt ja jetzt noch KI dazu.

00:21:34: also dass Berufsbild verändert sich viel rasanter als wir denken.

00:21:37: und diese sogenannte Realitätsklatsche die gerade die Absolvierenden spüren Die ist da aber wir haben eigentlich keine andere Chance ne?

00:21:45: Also es kann nur bedeuten dass wir noch stärker eigentlich die Themen Lossieren, die für das zukünftige Bauen wichtig sind und dass es nicht nur eine materielle Dimension hat.

00:21:55: Das ist glaube ich also aus meiner Perspektive auch klar.

00:21:58: Aber es clascht nicht nur mit der Realität in den Büros sondern es clashed auch mit dem Curriculum was ja gar nicht so schnell verändert werden kann oder?

00:22:06: Da kann ich jetzt natürlich wunderbar den Ball aufspielen nach Siegen.

00:22:11: Ich bin jetzt seit zwei Monaten an der Uni in Siegen, die im Werden der neuen Architekturschule Siegen auch ist Und die Kolleginnen, die in den letzten fünf Jahren eigentlich so ein Prozess aufgesetzt haben mit dieser Frage.

00:22:23: Wie kann man in Siegen glaube ich?

00:22:26: So eine Lehre gestalten wie sie beschrieben hat bei einem ganz fantastisches Projekt und einen Prozess gestartet der mich ja auch so ganz bewusst sozusagen gerufen hat nicht dazu bewerben.

00:22:37: Wir merken gerade wie sowas absolut unmöglich ist dass man zurückgeht in die Innenstadt und im Bestand sowohl eine transformative Lehre aufbaut wie auch Gebäude transformiert in der ganz anderen Art, dass das zusammen sehr gut funktioniert und glaube ich auch ein Bild von Universität zeichnet was ich extrem lustvoll und zeitgemäß finde.

00:22:59: Und wir tatsächlich jetzt im September eine Summer School veranstalten die sich mit einem neuen Curriculum beschäftigt in Siegen aber auch darüber hinaus.

00:23:08: Da geht es genau darum wie Saskia Hebert sagt welche Future Abilities hat man braucht man?

00:23:15: Die genau diese Lehre zukünftig prägen wird.

00:23:19: Wir saßen jetzt gerade in der Dekanekonferenz der Unis zusammen und irgendjemand sagte, Räume sind gebaute Curricula Und ich fand das war eigentlich eine perfekte Einladung dieses Verhältnis von Curriculum- und Gebäudeprozess Hand in Hand zu verhandeln.

00:23:33: Klar!

00:23:33: Und wir sind diejenigen, die diese Curricular anpassen müssen.

00:23:36: Wir sind die Personen, die in den Kammern sitzen.

00:23:39: Wir uns das Berufsbild selber verhandelt dürfen.

00:23:43: Das heißt, die Langsamkeit nicht wendern an uns selbst Ja, und ich glaube da sehen wir uns auch selber ausgerufen in Aktion zu treten.

00:23:50: Betrei, glaube ich alle wie wir hier sitzen haben noch eine ganz andere Form von Ausbildung erhalten.

00:23:56: Definitiv!

00:23:58: Also wie das was du heute deinen Studierenden vermittelnst?

00:24:02: Ich glaube unsere Zuhörerschaft setzt sich aus großen Teilen junger als aber auch schon etablierter Architekten oder Architektinnen zusammen vielleicht für die älter Generation.

00:24:12: Wie kriegt man diesen Schiff hin?

00:24:15: Das klingt so revolutionär und alles anders, aber auch da wenn das Bauen nicht tabularaser bedeutet dann ist es ja in der Ausbildung auch so.

00:24:24: Wir dürfen nicht den Fehler machen dass wir jetzt alles wegschieben und sagen wir machen jetzt alles neu weil dann werden die Fehler der Moderne ja auch wiederholen.

00:24:31: also geht halt eher darum genau zuzuhören genau hinzuschauen.

00:24:35: für mich sind der Aspekte von Raum der physische Raum.

00:24:38: ich habe einfach das heißt Raumgestaltung Und da geht es eigentlich gar nicht um Bauwände oder sowas, sondern erst mal zu verstehen.

00:24:46: Dass der gebaute Raum unsere Ausdrucksform ist und ob ich ihn jetzt neu baue oder im Bestand agiere?

00:24:51: Ich muss ihn lesen und verstehen können.

00:24:54: Das sind einfach Dinge die sich glaube ich als ein ganz großer Kern einer architekturischen Entwurschläre verstehen.

00:25:01: Da mache ich glaube ich gar nicht andere Sachen als ich in dem Jahr zwei tausend neun gemacht habe.

00:25:06: Andere Dinge verschieben sich halt!

00:25:08: Und das ist so mein Verständnis, dass das Arbeiten mit dem was da ist wie ich ja immer sage.

00:25:13: Sich jetzt nicht nur auf das Gebäude beziehen sondern auch auf personelle Strukturen, auch auf strukturelle Struktur, dass man die versucht erstmal zu verstehen und zu lesen und dann halt Stück weit einfach transformiert.

00:25:24: Aber damit sind wir bei dem Thema Das Bauwende eigentlich kein technisches und materielles oder Ressourcenprobleme Sondern eigentlich ein Mindset.

00:25:32: Eigentlich erfordert es eine andere Kulturtechnik oder?

00:25:35: Absolut!

00:25:38: muss auch ganz wichtig so verhandelt werden, dann das merkt man ja auch und diskutieren wir ja auch im Netzwerk.

00:25:44: Dass wenn wir nur noch darüber reden dass alles ein Rohstofflager ist und dass es nun noch um das Bewegen von Materie geht, dann unterschätzen wir das total.

00:25:54: Und wir hatten jetzt gerade in der letzten Ringvorlesung ganz spannend die Linda Hildebrandt, die mit dem Initiatoren Team ist und den Ben Pohl, der gerade Gastproff in Kassel isst von Denkstaat Basel Und wir haben so einen Art Streitgespräch nochmal aufgegriffen, wo natürlich Linda als Expertin für Zirkularität sagt Naja Städte sind gebaute Rohstofflager.

00:26:15: und Ben antwortet meine Stadt ist keine Mine.

00:26:18: Weil er einfach gesagt wenn wir das machen dann wiederholen wir eigentlich diesen Umgang mit Material und mit Schöpfen der uns ja dazu geführt hat weil wir gerade stehen Und es geht genau um auszuhalten auf diese Widersprüchlichkeiten und das zu verhandeln.

00:26:32: Da wird es nicht immer zu einer Lösung gehen, aber man darf sie auch nicht wegdrücken zugunsten einer anderen größeren Erzählung oder so seines Teiles davon, dass wir das ertragen und das wir das verhandlen

00:26:42: wollen.".

00:26:43: Aber du hast gerade das Stichwort gegeben – Erzählungen!

00:26:46: Also auf der einen Seite funktioniert es für die Leute wenn es was Technologisches ist und Sie an harten Zahlen irgendwie etwas absehen können.

00:26:51: Das andere ist was sehr Schwammiges, was sehr Weiches.

00:26:54: Auf der anderen Seite brauchen wir aber auch wieder Erzählungen von Erfolgen dass man sich überhaupt damit beschäftigt.

00:27:00: Wir haben auch, glaube ich ein bisschen vergessen unser eigenes Gehirn einzuschalten und auch Dinge wieder selber abzuwägen.

00:27:06: Und wir haben uns ein bisschen darauf verlassen.

00:27:07: das die Welt um uns drum herum normiert und damit irgendwie frei gemacht wird ist auch ein bisschen ketzerisch.

00:27:15: Ich glaube der Begriff der Erzählung ist extrem wichtig denn das was man einfach feststellen muss es das Zahlen und Fakten überhaupt nicht unser Handeln verändern.

00:27:25: Wir wissen, wie es mit der Tierwelt aussieht und wie der Mensch mit den Tieren umgeht.

00:27:29: Und das braucht anscheinend so einen euren Wahl, dass die ganze Welt über Tierschutz diskutiert.

00:27:35: Wir merken wir brauchen Dinge, die greifbar sind, die Erzählungen sind, auch eine Zukunft erzeugen.

00:27:41: Unsere Krise ist ja gerade, dass wir es nicht hinbekommen, eine Erzählung zu machen, die uns Hoffnung gibt und die uns selber ein Spielraum aufmacht in dem wir handeln können, indem wir sozusagen agieren können.

00:27:52: Dafür Eine Architekturlehre oder auch eine Lehre in der Planung, wenn es um die gebaute Umwelt geht und den Umgang mit dieser... Es ist total wichtig dass wir merken das eine unserer Kernkompetenzen sein wird Zukunftserzählungen zu finden.

00:28:08: Die vermittelbar sind aber auch so progressiv sind, dass sie den Planeten nicht weiter zerstören sondern unser Leben hier weiter ermöglichen.

00:28:17: Also Hartmut Rosa hat ja gerade dieses tolle Buch geschrieben über Situation und Konstellation über das Verlieren des Spielraums und wie wir vom Vollziehen zum Handeln kommen.

00:28:28: Und ich glaube, jeder und jede die sozusagen in so einer Struktur wie eine Universität agiert merkt es vom ersten Tag an dass dieses Dienst nach Vorschrift regelbasiertes Vorgehen am Ende uns in einen Frustrationsstatus überführt der vor allen Dingen Transformation überhaupt gar nicht will und nicht zulässt.

00:28:47: und wir in Siegen einfach sagen Wir wollen jetzt Dinge anders machen Wir wollen jetzt nicht, dass dieses Druckereigebäude was da steht abgerissen wird.

00:28:55: Ja das war eine die Kolleginnen die das Gebäude gesehen haben.

00:28:58: Die Uni wollte es ursprünglich abreißen und sie haben gesagt nein Nein wir machen kollaborativen Prozess um daraus eine Geschichte zu formulieren die uns in Siegen auch zurückbringt auf die Karte der Architekturausbildung Und diesen Spielraum zu begreifen und zu füllen.

00:29:15: Das ist genau das Thema und ich glaube Da sind wir in unterschiedlichen Rollen aktiv und suchen den.

00:29:20: Und da braucht es eben ein Stück weit diese Meta-Ebene, um vielleicht die ganze Geschichte mal verstehen warum das funktioniert aber alles andere die Sachebene eigentlich keinerlei Wirkung erzeugt.

00:29:30: Und dass das gefährlich ist natürlich auch klar weil da hängt ja viel Populismus am Ende dann drin wie man einfach auch Erzählungen für andere Dinge verwenden kann und extrem vereinfachen kann.

00:29:42: und ich glaube da resilient zu werden und dann im richtigen Moment die Sachebenen dann doch wieder auf den Tisch zu ziehen und sagen, na na ist ganz anders.

00:29:50: Das ist auch wichtig!

00:29:52: Wir hatten ja letztens auch Hans Drexler schon im Podcast neu berufen in Siegen oder relativ neue Berufen.

00:29:58: also ich glaube mit der Hochschule werden wir in den nächsten Jahren beobachten und vielleicht wird es das Vorbild sein für ganz viele neue Hochschulen oder quasi eine neue Aufstellung der Architektorschulen in Deutschland.

00:30:10: Also wenn wir Transformation ernst meinen Und wenn wir Orte suchen, wo sie eigentlich sichtbar und wirksam werden.

00:30:18: Dann sind das eben nicht die Städte... ...die sozusagen in seiner akademischen Bubble sind oder die so mit einer Geschichte von Bauhaus oder sowieso schon vorgeschrieben sind und sich mit ihrer eigenen Geschichte auseinandersetzen müssen der Architektur oder so sondern das sind genau solche Orte wie in Siegen in all ihren Widersprüchlichkeiten dass Siegerland als eine postindustrielle Region eine Stadt die sehr schwer zu erreichen ist, aber dann eben in einer Fakultät, die die Künste der Erziehungswissenschaften mit beinhaltet.

00:30:50: Das heißt wir sind da genau in diesem Prozess wo Architektur eben als eine Verhandlungsdisziplin auch mitverstanden wird und nicht nur technische Disziplinen.

00:30:59: Und das macht gerade da wirklich spannend mit dieser spezifischen Konstellation der Fakulität diese Erzählungen weiterzuformulieren Ich glaube zu einem sehr glaubwürdigen Curriculum aufzubringen und diesen zukünftigen Ort.

00:31:13: Und ich glaube, das ist alles sehr passend!

00:31:15: Da erfindet sich die neue Architekturschule Siegen gerade selbst – das ist toll!

00:31:21: Mit diesem Ausblick gehen wir eigentlich auch schon in die letzte Runde hinein und wer uns kennt weiß immer.

00:31:26: zum Schluss eine kleine persönliche Frage noch mit der wir abschließen.

00:31:31: Welche Bauaufgabe wird es du schweren Herzens aber trotzdem gerne nochmal realisieren?

00:31:39: Bevor die Welt endgültig fertig gebaut ist.

00:31:43: Ja, ich hätte ja wahnsinnig Lust mich tiefer mit dem SCZ in Berlin zu beschäftigen – das Sport- und Erholungszentrum!

00:31:51: Und ich bin jetzt gar nicht so super Experte mit diesem Gebäude.

00:31:54: Ich hatte nun eine ganz fantastische Masterarbeit auch in der freien Klasse dazu und mich interessiert es deswegen weil es auf der einen Seite im Prinzip so ein Art Symbol für die Leistungsfähigkeit einer Gesellschaft darstellt oder auch dafür gebaut wurde und diese wahnsinnig großen Hallen, die Träger, die Farbe versucht hat ja genau aus so einem System heraus zu sagen sowas können wir hier.

00:32:18: Und auch eine Art Leistungssport- und Alltagssport zusammengedacht und einfach ein ganz fantastisches öffentliches Gebäude was natürlich irgendwie in dieser Nichtkontinuität gerade keine Aufmerksamkeit mehr bekommt weil es genau diese Erzählung wollen wir nicht zulassen.

00:32:34: Mich würde es wirklich interessieren diesen Ort tatsächlich als Verhandlungsraum zu begreifen.

00:32:39: Ich glaube, er wäre perfekt dafür diese Fragen von Gesellschaft und Konflikten aufzunehmen, zu verhandeln.

00:32:47: Und spannend ist ja dann dass dieser Widersprüchlichkeit auch schon im Gebäude angelegt ist weil die Baufirma, die das Gebäudel gebaut hat war hoch tief also ein lustigerweise westdeutsches Unternehmen und der Bauleiter während der Entwicklungsphase in der DDR beteiligt auch in den Westen geflüchtet ist und dann bei Hochtief das Projekt weitergemacht hat, dass es schon so eine Art Übersetzung- und Kontinuitätserzählung hat.

00:33:12: Wenn sich meine Erinnerung jetzt nicht total falsch darstellt – ich glaube, ich habe es einigermaßen richtig wiedergegeben – und das hätte ich total spannend!

00:33:19: Und wir müssten eigentlich solche Orte umarmen und sie jetzt auch nicht wieder zum Schwimmbad machen, sondern schauen was dafür ein transformatives Potenzial drin sitzt.

00:33:28: Nun gut, jetzt wird so'n Neubau in Halle gebaut um Demokratie und Europa zu verhandeln.

00:33:34: Aus meiner Perspektive hätte das wunderbar darin stattfinden können, aber das ist eine ganz andere

00:33:38: Diskussion.".

00:33:39: Und

00:33:39: ob das da wirklich gebaut wird?

00:33:40: Das ist ja auch noch mal eine ganz anderen Diskussion!

00:33:42: Aber mit dem was du gerade gesagt hast schließt sich der Kreis zu Beginn und ich glaube wir wissen jetzt nachdem was du erzählt hast warum du die Dinge so angehst wie du sie angehst und Ich denke für die Uni Siegen.

00:33:53: es ist ein großer Gewinn dass du da bist und die Welt umkrempelst.

00:33:57: vielen herzlichen Dank Dass du bei uns warst, dass du deine Gedanken mit uns geteilt hast.

00:34:03: Dass du uns inspiriert hast über den Tellerantien auszugucken und die Dinge auch wenn sie vielleicht manchmal schwierig sind doch anzupacken neue Erzählungen zu finden.

00:34:12: Da bleibt mir nur zu sagen besten Dank das du da warst.

00:34:15: vielen dank für deine Zeit und bis zur nächsten Folge der Young Talks dem Architektur Podcast von Jung.