Transkript

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00:00:00: Sehr gut, wir starten schon ganz hervorragend.

00:00:27: Für KOOK beginnt Architektur nicht mit einem Bild sondern mit Material, Konstruktion und Nutzung.

00:00:35: Seit der Gründungen im Jahr twenty-sechzehn arbeiten Fabian Ohniken und Jan Keinath zwischen Leipzig und Hübingen an Projekten die nicht laut, sondern wirksam sein wollen – im Alltag, im Bestand und dem öffentlichen Raum.

00:00:50: Ihre Architektur entsteht aus dem Handwerk, dem genauen Blick auf Materialität und der Frage wie Gebäude altern, genutzt oder verändert werden können?

00:01:02: KOOK interessiert weniger der Ausnahmefall als das, was tragfähig ist.

00:01:07: Räumlich, wirtschaftlich und gesellschaftlich Gebäude sollen sich aneignen lassen, Wandel zulassen – und im besten Fall über Generationen Bestand haben.

00:01:19: twenty-sixenzwanzig wird das Büro zehn Jahre alt.

00:01:22: ein guter Moment um ihn zu halten und die eigene Haltung neu zu definieren.

00:01:27: Was das konkret bedeutet Und warum eine Kegelbahn zum Schlüsselprojekt wurde und weshalb Wirtschaftlichkeit für KUOK kein Widerspruch zur Gestaltung ist?

00:01:37: Darüber sprechen wir, Diana Slavic und Dr.

00:01:40: Uwe Bresan heute mit Jan Keinert und Fabian Ohniken in unserem Podcast.

00:01:45: Hallo und herzlich willkommen beim heutigen Young Talks Podcast!

00:01:49: Schön dass ihr heute bei uns seid und euch Zeit nehmt.

00:01:51: für uns.

00:01:52: Ja schön das wir dabei sein dürfen.

00:01:55: Wir haben es ja gerade schon in der Einleitung gehört Wir feiern Geburtstag.

00:01:59: Ein besonderes Jahr für euch, zehn Jahre.

00:02:02: Nehmt unsere Zuhörer und Zuhöhrerin gern mit.

00:02:05: was ist im Schnelldurchgang die letzten zehn Jahre alles passiert?

00:02:09: Wir sind vermutlich relativ unbedarf in unserer Selbstständigkeit gestartet Mit viel Idealismus und ohne volle Auftragsbücher Und hatten uns zu Beginn mal gesagt lasst uns das Mal als Test begreifen Wir probieren das jetzt mal ein paar Jahre aus und wenn wir nach fünf Jahren feststellen, dass funktioniert nicht.

00:02:31: Dann lassen wir es.

00:02:33: und irgendwann haben wir dann festgestellt, die fünf Jahre sind ja schon vorbei und wir haben uns die Frage gar nicht gestellt.

00:02:41: Und ähnlich geht's uns mit den zehn Jahren.

00:02:45: also Die Zeit ist auf jeden Fall wie im Flug vorbeigegangen aber Es hat sich natürlich auch viel entwickelt und verändert.

00:02:54: Aber wenn dann so ein Jubiläum ansteht, dann fängt man ja an die letzten zehn Jahre zurück zu blicken und zu schauen was wir da gemacht haben oder wie sich KUOK entwickelt hat.

00:03:05: Das ist immer sehr spannend was wir tatsächlich geschafft haben schon zu bauen welche Rückmeldungen wir eigentlich aus der Architektenzunft und aus der Bevölkerung bekommen haben für unsere Architektur.

00:03:17: Wir haben glaube ich Sachen erreicht die wir uns nie vorstellen können.

00:03:21: am Anfang alleine zu starten mit einem Wettbewerbsgewinn, den wir glaube ich in Monat vier unserer Gründung gewonnen haben nachdem alle Projekte eigentlich abgesagt wurden.

00:03:31: Mit denen wir potenziell gestartet werden ist natürlich so ein Glückstreff, den man nicht immer hat und glaub darauf aufbauen.

00:03:40: die Möglichkeit in diesen zehn Jahren in den Holzbau, den Wir da weit vorangetrieben haben reinzuspimmen und vor allem das Bau an dem Bestand in Wir haben in den letzten dreieinhalbfünfzig Jahren neue Gebäuden von dreihundert fünfzig Jahren so zu bearbeiten.

00:03:57: Es sind auf jeden Fall Chancen, die wir ergriffen haben aber die sich uns geboten haben, die glaube ich viel auch mit Glück zusammenhängen.

00:04:05: und das lernt man dann wenn man darauf zurückblickt und die Fotos anguckt und versucht die Sachen zu ordnen dass wir an vielen Punkten sauviel Glück hatten das machen zu dürfen was wir immer machen wollten.

00:04:18: Was waren aber vielleicht auch schlimme Erfahrungen der letzten zehn Jahre, die ihr gemacht habt als junges Büro?

00:04:24: Das Gute ist ja

00:04:25: an diesem tollen Gehirn dass das ja diese fantastische Fähigkeit hat zu selektieren und man auf einmal diese ganzen negativen Dinge viel schneller vergisst als die positiven Dinge.

00:04:35: Das treibt ein Jahr voran.

00:04:36: also es gibt ja einen Grund warum der Rückspiegel kleiner ist als die Frontscheibe.

00:04:40: Es geht nach vorne und auch wenn man so zurückklickt sind hier die Sachen die wirklich schlimm sind Ja, auch immer sehr lehrreich gewesen und man konnte daraus eigentlich immer ein positives Feedback ziehen.

00:04:53: Aber wir haben auch rechtsanwaltlichen Beistand gebraucht um mit Bauherrinnen umgehen zu können und das sind Erfahrungen die man nicht unbedingt regelmäßig haben will.

00:05:05: Wobei wir diese Erfahrungen eigentlich von Anfang an hatten.

00:05:08: also es war jetzt nicht so dass wir in so einer rosa roten Wolke irgendwie Architektur betrieben haben.

00:05:16: Wir haben ja immer versucht einfach die Kapazitäten, die wir haben, maximal in die Produktion von Architektur zu stecken.

00:05:24: Und wenn Fabian jetzt davon erzählt, wenn wir so auf die Bilder schauen und da so ein bisschen recapitulieren... Die Bilder zeigen ja auch nur einen Bruchteil dessen was wir tatsächlich getan haben in dieser Zeit!

00:05:36: Und wir haben so viele Projekte realisiert, so viel Kleinkram der aber für uns total wichtig war um uns auch eine Expertise, vor allem im Bestand zu erarbeiten.

00:05:49: und von dem her ist so dieses Thema negative Erfahrungen oder Dinge die nicht so geklappt haben.

00:05:56: Das gehört ja in gewisser Weise dazu.

00:05:59: natürlich haben wir uns da zu Beginn ein bisschen verrückter gemacht wenn irgendjemand mit einem Anwalt droht oder Wenn es zu juristischen Problemen kommt.

00:06:08: Inzwischen sieht man das glaube ich ein bisschen entspannter.

00:06:12: Wir merken, das Glas ist immer voll.

00:06:14: Es ist nicht so dass wir jetzt sagen es ist immer eine lineare positive Aufschwung gewesen.

00:06:19: natürlich ist die Selbstständigkeit ein Offen ab zum Beispiel in einer Keilierung beim deutschen Architekturpreis zu bekommen überstrahlt zwei Jahre Leid.

00:06:29: wenn man das so will dann schon auch gerne Ist ja wieder so bisschen Heldengeschichte man muss durch das Dunkel gehen um zum Licht zu kommen.

00:06:38: So will ich das gar nicht erzählt haben, sondern es geht ja tatsächlich um den Prozess und es gibt ganz unterschiedliche Dinge die mal negativ sind und mal positiv.

00:06:46: Aber wir sind klares Vollmenschen!

00:06:49: Ihr habt über viele Lernprozesse in den letzten Jahren gesprochen aber hat euch das in den Anfängen geholfen?

00:06:56: oder anders gefragt wie verändert denn die Baustellen-Erfahrung den Blick auf den Entwurf?

00:07:03: Also zum einen ist es ja so, dass wir vorher schon in unseren Büros, wo wir vorher gearbeitet haben auch schon in allen Leistungsphasen gearbeitet habe.

00:07:12: Aber natürlich ist das so wenn man als junges Büro sich selbstständig macht, ist er die allgemeine Misstrauen, dass der junge Architekt nicht bauen kann.

00:07:19: also dieses Misstrauern wurde uns und wird uns immer noch offen entgegen gebracht.

00:07:25: Selbst nach zehn Jahren?

00:07:26: Ja es gibt Mails da steht Wir haben die jungen Architekten versucht davon überzeugen das und das aber sie lassen sich nicht belehren.

00:07:33: Mittlerweile wird das besser, aber die Sache löst sich dadurch nicht.

00:07:37: Ich glaube was das Wichtige ist an diesem Prozess, die ganzen Leistungsphasen nennen wir es mal durchzustehen, dass es einem einfach die Angst nimmt und da war die Kegelbahn als erstes Projekt ein sehr lehrreiches, weil es direkt für die öffentliche Hand war.

00:07:52: Das heißt entsprechend mit der angsterfüllten Leistungsphase sechs, sieben oder acht einer öffentlichen Vergabe und dementsprechend auch eine Bauüberwachung haben uns dann in diese Themen reingewühlt mit der Vorerfahrung, die wir hatten.

00:08:06: Und haben einen fantastischen Bauherrn gehabt, mit dem wir das als junge Architekten auch sehr vertrauensvoll zusammen entwickeln durften.

00:08:13: und das nimmt einem einfach die Angst vor allem weiteren.

00:08:16: Die Angst können wir natürlich auch unseren Mitarbeitenden, die es mittlerweile zum Großteil für uns übernehmen, nehmen.

00:08:23: Das heißt, wir haben eine gewisse Souveränität gewonnen durch ein sehr schönes Projekt was uns glaube ich auch einfach getragen hat, mit so einer Souveränität auch größere Projekte zu machen.

00:08:35: Also wir haben glaubst du nach drei oder vier Jahren gedacht na eigentlich ist es egal ob das Projekt jetzt zwei Millionen oder zehn hat.

00:08:41: also klar die Fallhöhe ist

00:08:43: höher.

00:08:44: aber die Angst ist nicht da davor.

00:08:46: oder der Respekt.

00:08:47: und vor allem lehrt einem dieses Arbeiten in allen Leistungsphasen dieses ein Projekt wirklich in die Realisierung zu tragen, auch eine Planung anders zu denken.

00:09:01: Also man denkt viel mehr vom tatsächlich realisierbaren Ziel aus.

00:09:07: das geht gar nicht darum dass dadurch die Architektur schlechter wird aber irgendwo muss es ja hand-in-hand gehen irgendwo gibt's die übergeordnete architektonische räumliche Idee aber diese Ideen tatsächlich in einer ausführbare und in den Kosten realisierbare Planung zu führen, das auch kommunizieren zu können.

00:09:29: Das abstimmen zu können, umsetzen zu können – das war schon etwas was uns von Anfang an interessiert hat.

00:09:37: Und was für uns auch ganz viele Büros hauptsächlich die Projekte bis Leistungsphase fünf bearbeiten und dann die Themen abgeben.

00:09:47: irgendwie waren es immer so ein bisschen suspekt den Prozess aus der Hand zu geben, weil dadurch dass wir die Dinge planen und auch in Ausschreibungen und Angebots Einholung überführen können.

00:10:02: Wir nur gewährleisten das diese planerischen Überlegungen, räumlichen Überlegungs- und Qualitäten dann tatsächlich in der Realität umgesetzt werden.

00:10:12: von dem her gibt es für uns eigentlich gar nicht so einen richtigen Cut Zwischen irgendwelchen Phasen, sondern so ein Projekt ist ja eigentlich integral zu denken.

00:10:23: Weil wir gerade schon drüber gesprochen haben die Kegelbahn war damals euer erster großer Aufschlag.

00:10:28: mit dem Projekt seid ihr bekannt geworden.

00:10:30: diese Keglbahn ist ja alles speziell also von der Aufgabe an sich dem Ort quasi in einem kleines Dorf das ganze dann also noch mit der Dorfgemeinschaft gemeinsam zu realisieren die dass dann auch noch selber ein bisschen aneignen möchte.

00:10:48: Wenn ihr das heute so hört, würdet ihr den Auftrag heute noch mal annehmen?

00:10:54: Wir versuchen verzweifelt eine zweite Kegelbahn

00:10:56: bei

00:10:56: uns zu dürfen!

00:10:58: Natürlich wir nehmen ja mehr oder weniger alles an außer wir möchten das aus irgendwie ethischen oder moralischen Gründen nicht aber auf jeden Fall.

00:11:08: es war so ne tolle Erfahrung und wenn man sich das überlegt wie wir da als erste Mal standen Und jemand, die alte Kegelbahn gezeigt hat und ich weiß gar nicht ob der Person so bewusst war dass wir jetzt die neuen sind.

00:11:24: Die die neue Kegels zu planen haben.

00:11:27: Der uns erst mal erklärt hat das er ja da komplett dagegen ist.

00:11:30: Dass da irgendwie eine neue kegelbahnen entsteht und

00:11:33: Das war ja

00:11:34: auch ein prozess Bis da dieser wille und die begeisterung in dieser gemeinschaft oder in der gemeinde irgendwie gekommen ist und wir hätten uns nie erträumt lassen dass dieses Projekt vor allem wahrscheinlich das sozialste Projekt ist, dass wir je realisieren werden.

00:11:52: Das hat den größten Impact auf diese Gemeinde und Gemeinschaft der Leute da gehabt – und das ist natürlich fantastisch!

00:12:00: Ist es denn in der Zwischenzeit zu einem Architekten-Kegel Mekka geworden?

00:12:05: Also tatsächlich

00:12:06: kriegen

00:12:06: wir abends so mal Meldung, dass man sich's angeguckt hat aber da es doch tatsächlich weit ab vom Schuss ist, ist es nicht so, dass da viele hin pilgen.

00:12:14: Ganz lustig ist, dass ich von zwei oder drei Freunden gehört habe die da einen Fahrrad unterwegs waren und dann einfach Leute gefragt haben wo diese Kegelbahn ist.

00:12:21: Die müssten man sich ja mal angucken das jeder Bescheid wusste auch in den kleinen Gemeinden außen rum.

00:12:25: Das heißt es ist bekannt es wird total gut angenommen.

00:12:28: das ist praktisch das neue Dorfgemeinschaftszentrum weil er hat der Bürgermeister gewechselt das heißt eher mal eine gekiegelte Vereinsvorsitzende ist jetzt Bürgemeister gewesen.

00:12:38: das gibt auch so eine Konstante der Person, die das damals maßgeblich vorangetrieben haben mit uns.

00:12:44: Also das ist ja schon auch eine sehr schlaue Entscheidung praktisch schrumpfenden Landstrichen... ...mit einer Idee neues Leben einzuhauen also ein Sportverein, der als Austausch-Plattform immens wichtig ist tatsächlich damit wieder Jungen Mitglieder zu tragen indem man eine Kegelbahn baut, die für den Sportplatz nebenan als Umkleidekabine benutzbar ist.

00:13:10: Das sind ja Dinge, die man nicht von langer Hand planen kann.

00:13:12: Sondern da braucht man ja Menschen, die dann Interesse haben das umzusetzen.

00:13:15: wir haben das danken aufgenommen und das glaube ich auch ganz gut begleitet Und vielleicht ein paar entsprechende Impulse gesetzt.

00:13:22: so eine mecker ist es nicht geworden aber Ich glaube dass es auch viel publiziert mehr als wir uns jemals hätten träumen lassen.

00:13:29: So eine kegelbahn klar schuldige Aufgabe Bundesliga taugliche oder leistungssporttaugliche kegelbaren im ländlichen sächsischen raum Fantastisch.

00:13:38: dieses projekt Muss man da so ein bisschen aufpassen, das muss man der Architektonisch auch nicht überhöhen.

00:13:43: Also ich glaube... Das ist eine wirklich sehr einfache und profane Bauaufgabe.

00:13:48: Wir haben die mit einem so geringen Budget realisiert So als Funfact am Rande.

00:13:54: wir konnten diese Kegelbahn noch nie für irgendeine Art von Referenz Für irgendein Bewerbungsverfahren oder sowas benutzen weil sie einfach zu günstig war.

00:14:04: Was das Projekt aber ausmacht ist dass da einfach so viele Dinge zusammen kam.

00:14:08: Also das sowohl in der architektonischen Aufnahme über Fachpresse und so weiter und sofort, aber auch vor Ort.

00:14:16: Ich meine klar, ultraschuldige Bauaufgabe.

00:14:20: dann konnten wir es tatsächlich in einem unfassbar geringen Budget realisieren.

00:14:26: Wir hatten eine Bauherrschaft die uns total vertraut hat, die uns einfach machen lassen und irgendwie kam da so viele Dinge zusammen.

00:14:35: Aber ein Architektur Mecca ist es deshalb noch nicht.

00:14:39: Das ist jetzt quasi das ästhetische, nur zweitrangig ist eher im ethisches und moralischem gesellschaftliches Thema was ihr da realisiert habt.

00:14:49: Und

00:14:49: das gilt ja so ein bisschen auch für alle.

00:14:51: eure Architektor also sind jetzt nicht die Leuchttürme und nicht die Saararchitektor sondern ihr wollt mit anderen Qualitäten überzeugen.

00:14:58: Die Sachen sollen am besten achtzig Jahre halten im Moment stark für Holzbau.

00:15:07: Wie geht ihr damit um und ist das quasi die große Lösung für die nächsten Jahre?

00:15:13: Das Thema Holzbau war bei uns einfach von Anfang an präsent, ich glaube die Neubauprojekte oder die Dinge, die wir irgendwie neu gedacht haben, haben wir größtenteils relativ unreflektiert in so einer Selbstverständlichkeit aus Holz gedacht.

00:15:30: Wir haben uns immer gedacht warum macht man das denn eigentlich nicht überall so.

00:15:35: Also wir konnten es eher nicht so richtig verstehen, warum wollen wir das jetzt aus Holz machen und warum wird zu viel Massivbau gemacht?

00:15:43: Und warum ist die ganze Bauindustrie und alles ist irgendwie auf diesen massiv flachter Bau ausgelegt?

00:15:50: Ich glaube dass wir im Laufe der Zeit und vor allem durch die intensive Beschäftigung mit Bestandsbauten inzwischen Material.

00:16:00: offenbar sind also in gewisser Weise uns total egal welches Material wir einsetzen.

00:16:08: Es muss für den Moment und die Situationen, für den Kontext Sinn ergeben.

00:16:14: Wir haben so viele Möglichkeiten... ...die wir über materielle Eigenschaften in einem Bauwerk auch lösen können von dem her.

00:16:22: Wir sind da vielleicht ein bisschen reingerutscht aber ich würde jetzt nicht sagen dass das unser überall wehender Aushänge Geschichte ist.

00:16:31: Du hast gesagt ihr habt Ich habe einfach gar nie anders gedacht als ein Holzbaut.

00:16:35: Woher kam das?

00:16:36: Welche Erfahrungen habt ihr vorher gemacht in der Ausbildung oder quasi bei anderen Brusts, dass ihr da anders als viele andere nicht sofort an massiv baut denkt sondern zuerst mal immer ein Holz gedacht habt.

00:16:48: vor zehn Jahren war das ja noch nicht das Thema.

00:16:51: wie es das jetzt ist glaube

00:16:53: ich Das kommt aus unserer Leidenschaft für den Holzbau.

00:16:56: Wir haben beide davor immer wieder für Zimmermänner gejobbt, haben leider nie eine Lehre gemacht, sondern sind dann ins Architekturstudium gekommen.

00:17:04: aber das kommt schon auch daher, dass wir eine gewisse Leidenschaft haben für den Holzbau.

00:17:10: Aber ich glaube man sollte noch ergänzen, dass im Büro immer dieses Material immer Nennte entwerfen.

00:17:17: Also zwei Linien ergeben nicht automatisch ein X dazwischen, sondern das hat ja eine Materialität.

00:17:23: Diese Materialität bedingt Entwurföffnungen, Strukturen etc.

00:17:27: Und glaube ich bei der Kegelbahn haben wir das im Entwurf schon... vorausgesehen, dass diese Kegelbahn nicht anders realisiert werden hätte können als mit einem sehr konsequenten industriell vorgefertigten und von industriellen Fertigungsmethoden geprägten Holzbau.

00:17:44: Und ich glaube das hat die Faszination da noch mal vorangetrieben.

00:17:48: Diese intensive Beschäftigung mit dem Bestand und dann vor allem die Materialheterogen in Lösungen auch tatsächlich so zu erforschen im Entwurf und im Bauernbestand hat uns dann natürlich auch nochmal auf ein anderes Level gehoben, was den Holzbau betrifft.

00:18:04: Und die intensive Beschäftigung dann auch in unserem Jahr Gastprofessur der TU München mit dem Holzbauen entwerfen war auf jeden Fall zusammen mit den Studierenden noch mal eine sehr lehrreiche Zeit wo wir uns dann immer ganz intensiv mit dem Kreislauf von Holzen, mit der Holzwirtschaft beschäftigt haben.

00:18:19: aber das ist ja jetzt drei Jahre her und vor zehn Jahren war Holzbau nicht in aller Munder, das stimmt schon

00:18:25: Wir haben ja in Verbindung mit der Kegelbahn schon drüber gesprochen.

00:18:28: Fünfundneunzig Prozent eurer Auftraggeber sind öffentliche Bauherren, die ich sage jetzt mal nach den Erfahrungen viele Architekten selten von Experimenten zu überzeugen sind.

00:18:40: Wie schafft ihr es denn trotzdem kleinere oder gar größere Freiheiten herauszuholen?

00:18:47: Gibt's einen Trick?

00:18:49: Argumentieren!

00:18:52: Na tatsächlich ist das ja nicht so dass man das A- oder B-Spiel spielt mit den Bauherren.

00:18:59: Sondern man hat ja eine Geschichte zu erzählen, es gibt ne Aufgabenstellung und beginnt mit der intensiven Recherche.

00:19:05: Und wenn du im Archiv der Bibliothek kommst dann zu einer Erkenntnis dass die atmosphärischen Qualitäten die faktischen Qualitäten Brandtonschallschutz

00:19:15: etc.,

00:19:16: Barrierefreiheit tatsächlich mit dem oder der Antwort dann zu lösen ist.

00:19:22: Ich glaube das wichtigste was man nicht einem Bauherrn sagen darf, ist oder was heißt nicht sagen darf.

00:19:29: aber das kann kein Argument sein.

00:19:30: Ich kann es konventionell machen oder ich mache es anders sondern muss natürlich sagen so wie ich das vorschlage ist das das Beste was wir machen können.

00:19:40: Wirtschaftlich technisch atmosphärisch und mit diesem Argument haben wir oft die Bauherren überzeugen können.

00:19:49: Wir müssen dazu sagen dass wir schon auch sehr spezielle Projekte haben.

00:19:53: Das ist jetzt nicht so, dass wir ein Projekt schon mal wiedergemacht haben.

00:19:57: Wir sind nicht die großen Wohnungsbauer und haben sich im Portfolio mit achtzig Prozent Wohnungsbau genauso wenig wie Schulen oder genauso wenig als Kitas sondern wir haben immer andere Bauaufgaben und dafür versuchen wir immer eine spezifische Lösung zu finden.

00:20:08: Und ich glaube das wir auf diesem Weg diese Lösungen zu argumentieren, also nicht dieses top down sondern eher vom bottom up.

00:20:17: Gemeinschaftlich dann auch Argumente suchen und kläten an dem Entwurf schaffen die Bauherren davon zu überzeugen dass unsere Ansätze die richtigen sind.

00:20:25: Und gleichzeitig gibt es glaube ich ganz viele Themen die wir gar nicht als entwerferische oder planerische Rückfallebene in Betracht ziehen.

00:20:35: Es geht überhaupt nicht darum irgendwie da unseren Stiefel durchzuziehen oder so.

00:20:40: Für uns fühlt sich das ja immer relativ selbstverständlich an Und ich glaube jetzt auch nicht, dass wir hier unsere Bauherrschaften zu waghalsigen Experimenten tragen.

00:20:51: Aber man muss vielleicht auch nicht alle Fragen stellen...

00:20:55: Ihr wollt eigentlich keine Leuchttürme bauen?

00:20:57: Also ihr seid keine Leuchtürme!

00:20:58: Ich täcke keiner die durch die Presse mit ihrem neuestem heißen Museumsscheiß geistern wollen.

00:21:05: und dann sprecht er aber quasi auch genauso ein bisschen kritisch über so Bastellösungen.

00:21:12: zwei Fragen, die sich da verbinden.

00:21:14: Was sind die Bastellösungen und welchen Weg geht ihr dazwischen?

00:21:19: Also zwischen der bastellösung und dem leuchtturm?

00:21:23: also in gewisser Weise ist es nicht so dass wir uns irgendwelche leuchtürmen verwehren.

00:21:29: bisher kam das halt noch nicht um die ecke.

00:21:32: was aber glaube ich das thema bastellösung angeht also muss man natürlich auch immer ein bisschen schauen versteht jeder was anderes.

00:21:39: drunter Uns geht es darum, dass wir funktionierende und skalierbare Lösungen für Projekte erzeugen.

00:21:48: Die

00:21:49: trotzdem materiell funktionieren die unter Nachhaltigkeitsaspekten sinnvoll sind.

00:21:57: aber wir arbeiten zu einem großen Teil einfach für öffentliche Auftraggebende.

00:22:01: Wir befinden uns in einer Planungswelt die natürlich durch Vorgaben und Regularien auch geprägt ist Und in gewisser Weise ist es uns ein bisschen zu wider, das Rad jedes Mal neu zu erfinden.

00:22:16: Sondern sinnvoll darüber nachzudenken wie können wir Lösungen erzeugen die unter Umständen auch unter anderen Bedingungen funktionieren könnten?

00:22:28: Wir bewegen uns jetzt nicht in dem Privatprojekt wo ich sagen kann okay also das probieren wir jetzt da mal aus.

00:22:36: Ich lass mir jetzt von Ihnen noch unterschreiben dass Sie mich nicht verklagen Und dann schauen wir mal, wo die Reise hingeht.

00:22:42: Sondern wir versuchen das ja mit einer Ernsthaftigkeit funktionierende und tragfähige Lösungen zu erzeugen.

00:22:49: Die können genauso spannend und innovativ sein.

00:22:54: aber diese Ernsthaftigkeit und die Skalierbarkeit ist glaube ich schon einfach was uns in diesen Projekten immer irgendwie verfolgt.

00:23:04: Jetzt haben wir so zehn Jahre auch schon zurückgeschaut.

00:23:07: Die Architektur verändert sich die digitalen Techniken halten, Einzug.

00:23:12: Was glaubt ihr?

00:23:12: Was werden die Herausforderungen der nächsten zehn Jahre ohne dass sie jetzt dafür schon Lösungen anbieten müsst?

00:23:19: Macht euch da auch schon irgendwas Angst wenn ihr da drauf schaut?

00:23:22: Also eigentlich kann man das ja also auf zwei Ebenen betrachten.

00:23:25: es sind einmal die Herausforderung von so externen Faktoren die einfach stark unser schaffen prägen.

00:23:33: wie verändern sich Arbeitsmittel Die verändert sich der Umgang mit künstlicher Intelligenz in Planungsprozessen in den nächsten zehn Jahren.

00:23:44: Wie funktionieren Vergabeverfahren, wenn weniger Geld da ist und gleichzeitig die Prozesse aber komplexer werden?

00:23:53: Und wie Hawaii so pöpözig auflöst?

00:23:57: Das sind ja alles noch äußere Faktoren wo wir versuchen halt irgendwie am Ball zu bleiben.

00:24:03: Aber die anderen Themen sind ja eher so inhaltliche Faktoren oder inhaltlichen Themen, wie wir glauben dass Wir sie die nächsten zehn Jahre weiter als relevant und wichtig betrachten.

00:24:17: Und das ist so ein bisschen das Ergebnis dessen was wir Als reflektion der letzten zehn jahre jetzt für uns gesammelt haben.

00:24:27: Also uns ist glaube ich inzwischen viel bewusster mit welchen them setzen wir uns vielleicht auch teilweise unbewusst, teilweise in der Selbstverständlichkeit auseinander.

00:24:38: und ich glaube diese Themen so dieses Arbeiten im und mit dem Bestand.

00:24:43: In welcher Ausprägung auch immer aber in einem Bestand aus unterschiedlichen Jahrhunderten wenn wir sanieren auf neunziger Jahre Gebäude das muss glaube ich ganz selbstverständlich sein dass es halt ein Thema was uns weiter begleiten wird genauso die Selbstverständigkeit wie wir irgendwie möglichst kreislauffähig Architektur denken.

00:25:05: Das ist glaube ich ein Thema, das in einer Selbstverständlichkeit, in architektonische Produktionen einfließen muss.

00:25:13: und so gibt es irgendwie so ein paar Themen die irgendwie so retroespektiv in gewisser Weise das Ergebnis der letzten zehn Jahre sind und jetzt so in die zukunft blickend auf den ausblick auf die kommenden jahre.

00:25:27: Und dann kommen halt wahrscheinlich noch irgendwelche Themen dazu die wir jetzt noch nicht sehen.

00:25:32: Aber da ist für uns auch das Glas definitiv halb voll oder eher voll.

00:25:36: Also vielleicht ist der Ausdruck, am Ball zu kleiden bei diesen technischen Herausforderungen war man gar nicht so das Richtige weil ich glaube uns als Architekturbüro immer sehr progressiv empfunden hat was diese technischen Herausforderung betrifft.

00:25:49: wir springen nicht auf jeden Zug sofort auf und hängen den an die große Klocke aber versuchen natürlich die Sachen auch zu integrieren.

00:25:57: Wie zum Beispiel vor zehn Jahren hat uns jeder für verrückt erklärt, an zwei Standorten Architekturbüro zu gründen.

00:26:02: Nach Corona war dieses Thema an zwei standorten zu sitzen nicht mehr eine Frage.

00:26:07: vorher war das immer ein Thema und ich glaube wir haben da Spaß dran das zu machen.

00:26:12: wir würden glaube ich wenig hinterher trauern.

00:26:14: Wir sind immer offen für Veränderung weil wir denken dass es uns auch weiter bringt und das ist ja die eigentlich coolste zeit Architek zu sein mit was für Themen wir uns in einer Ernsthaftigkeit beschäftigen dürfen, aktuell.

00:26:28: Also mit dem menschengemachten Klimawandel umzugehen und Argumente zu suchen als ein Generalist nicht als Spezialist sondern als Generalist ist ja eine Aufgabe die gesellschaftlich gar nicht größer zu bemessen ist.

00:26:41: also ich glaube wir sind uns dessen bewusst wissen um die Hebel die wir da stellen müssen haben da wahnsinnig viel Spaß dran das zu machen und versuchen eben auch so in unserem Netzwerk und im Büro die Leute auch dementsprechend auf diesen Weg mitzunehmen.

00:26:56: Wir sehen uns da schon als Motivatoren, die in die Zukunft blicken.

00:27:00: Nicht dass wir sagen, wir lassen uns jetzt Entwürfe generieren über die KI.

00:27:05: Es wird uns wahrscheinlich nicht in Zukunft auch treffen aber wir wissen schon auch was da auf uns zukommen

00:27:10: wird.".

00:27:11: Es führt uns zu unserer letzten Frage, die gerne eine persönliche ist... Jetzt spulen wir mal in der Zeitkapsel vor und befinden uns im Jahr zwanzig-einundvierzig, woran sitzt ihr gerade?

00:27:29: Welche Bauaufgabe begleitet

00:27:31: euch?".

00:27:33: Also ich hoffe irgendwie wieder so einen totalen Ausreißer zu erwischen.

00:27:38: Wir ziehen ja diese schrulligen Projekte ein bisschen an wie wir realisieren zum Beispiel ein Gradierwerk Und in gewisser Weise ist es egal welche Bauaufgate man bearbeitet.

00:27:50: Tatsächlich wichtigen Zukunftsthemen sind ja überall relevant.

00:27:54: Und tatsächlich finde ich das fast am spannendsten, wenn einem da so was auf den Tisch gewählt kommt, wo man sich erst mal an den Kopf fasst und denkt, oh mehr Mützeln!

00:28:05: Was ist denn das?

00:28:07: Und dass man das dann aber mit Erzhaftigkeit füllen kann... Ich glaube es macht Spaß und dann hoffe ich, dass wir an solchen speziellen Projekten weiterarbeiten dürfen.

00:28:17: Ja ich glaube, ich habe doch vor etwas Angst in der Zukunft und das ist die Wiederholung.

00:28:21: Also ich bin so ein Typ, der ganz schlecht mit Wiederholungen umgehen kann.

00:28:25: Da fährt mein Hirn dann runter oder will was anderes machen.

00:28:29: Also zwanzig-einundvierzig hoffe ich, dass wir mit einem genauso tollen Team, wenn das noch nicht ersetzt worden ist durch irgendwelche Zeichenprogramme... also ich finde es menschlich, die Zwische ineinander mit tollem Bauherren zusammen wirklich eine spezielle Aufgabe zu bearbeiten, wenn man das weiterhin können und ich in der Lage bin oder wie in der Lager sind daran mitzuarbeiten.

00:28:49: Also, dass wir auch beteiligt sind.

00:28:50: Dass wir nicht nur Manager einer Struktur sind, sondern dass wir tatsächlich auch Ideengeber und Sparringspartner sind für denjenigen.

00:28:57: Ich glaube das wäre mein Ideal gar nicht so sehr die Aufgabe.

00:29:02: Man wird oft gefragt wollt ihr mal ein Hochhaus bauen oder so?

00:29:05: Und das ist glaube ich so eine kindliche Vorstellung, dass das so das höchste der Gefühle ist.

00:29:09: für einen Architekten sowas zu bauen genauso wie was macht ihr eigentlich?

00:29:14: baut ihr Schulen oder so?

00:29:15: machen das ja gar nicht.

00:29:17: Wir haben nie die Chance gehabt, so Sachen zu reproduzieren.

00:29:20: Und ich glaube das ist genau das was uns antreibt und wo wir zwanzig-einundvierzig wieder dran sitzen wollen.

00:29:25: Ich hoffe dass wir vielleicht typologiepreiter werden.

00:29:29: Ich glaube mir wird es jetzt eher darum gehen nicht was es für ein Projekt ist sondern wie wir das Projekt machen.

00:29:35: An dieser Stelle sagen wir ganz vielen Dank für eure Zeit, dass ihr uns einen Einblick gegeben habt, dass sie gemeinsam mit euch ein bisschen zurückblicken konnten auf zehn Jahre.

00:29:45: dazu nochmal herzlichen Glückwunsch von unserer Seite Und quasi auch schon den Ausblick in die Zukunft geworfen haben.

00:29:52: zum Schluss.

00:29:53: Auch an unsere Zuhörer und Zuhöhrerin sagen wir bis zur nächsten Folge der Jungen Talks, dem Architektur Podcast von Jo!