Transkript

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00:00:00: Architecture Talks, der Architektur-Podcast von Jung.

00:00:05: Seid ihr Manager oder seid ihr Entwerfer?

00:00:08: Entwerf!

00:00:09: Manager

00:00:10: Lieber eine Fachschürie oder lieber das breite Publikum?

00:00:14: Beides Publikums.

00:00:15: Beides

00:00:16: Risiko oder Sicherheit?

00:00:18: Risiko

00:00:19: Beides.

00:00:20: Architektor entsteht nicht im luftbeeren Raum.

00:00:22: Sie prägt Städte, Region und Identität Und bleibt doch oft unsichtbar am öffentlichen Diskurs.

00:00:28: Jürgen Grossmann, Architekt und Projektentwickler aus Kehl will das ändern.

00:00:32: Mit dem badischen Architektorpreis hat er ein Wettbewerb initiiert, der Architektor bewusst aus der Fachblase holt mit Publikumswoting hochkariniger Jury großer Gala- und international bekannten Preisträgern Richard Meyer, Philipp Stark oder Tanau Ando.

00:00:47: Was treibt jemand an privat einen Architeektorpreis zu gründen?

00:00:50: Welche Rolle spielt Öffentlichkeit für Baukultur und kann den regionalen Preis tatsächlich etwas bewegen?

00:00:56: Neben dem badischen Architekturpreis sprechen wir Dr.

00:00:59: Uwe Bresern und Eva Herrmann heute im Young Talk Podcast über die unternehmerische Haltung hinter der Cross-Man Group, über die Verbindung von Architektoo-, Innenarchitektor- und Projektentwicklung und über das Weiterbauend im Bestand am Beispiel des Ehrenbadresorts in Sassbach.

00:01:15: Hallo und herzlich willkommen auch von meiner Seite Mila & Jürgen!

00:01:18: Ihr führt ein Architeektur- und Innenarchitektorbüro, ihr entwickelt Projekte, ihr habt einen Architektorpreis initiiert, fangen wir mal ganz vorne an.

00:01:25: Wie hat eigentlich alles begonnen?

00:01:26: Ich glaube, in den

00:01:29: letzten Jahren habe ich mein Diplom gemacht und eigentlich hatte es schon viel früher begonnen.

00:01:34: Eigentlich habe ich mit fünfzehn Jahren eine Lehre als Bauzeichner gemacht und hab damals schon die Architektur Linie eingeschlagen – das Zeichnen als Beruf!

00:01:44: Und hatte dann ein großes Glück, dass ich keinen besonders netten Chef hatte.

00:01:49: Dann habe ich mir überlegt wie es zu den Sechzigzehnten kann man das so nicht weitermachen Und bin dann auf die Abendschule gegangen, hab mich die Mittlereife parallel zur Ausbildung gemacht.

00:01:59: Danach mit aus dem Normale Gymnasium gegangen nochmal drei Jahre Abitur gemacht und dann habe ich in Karlsruhe und Parfis studiert.

00:02:07: Und im Jahr neunzehntundneinzig habe ich mich selbstständig gemacht.

00:02:09: Ich habe zwei Unternehmen gegründet nämlich ein Planungsbüro und Einrichtungshaus weil ich von Anfang an der Meinung war dass Architekturen, Innenarchitektur eigentlich gar keine Trennung erfahren sollten.

00:02:21: Nach dem Studium habe ich mich sofort selbstständig gemacht.

00:02:24: Einmal angestellt davon, fünfzehn bis achtzehn Jahre hat mir

00:02:27: gereicht.".

00:02:28: Und gab es einen Meilenstein?

00:02:29: Wo ihr sagt das war der Aha-Moment?

00:02:33: Also ein Projekt wo man sagt da kumulierte alles und da ist der Plan aufgegangen.

00:02:38: In den Sehundert neunzig kam die Selbständigkeit, Architekturbüro und Interior Design also ineinrichtungsgeschäfts an Möbelhandel.

00:02:46: Dann kamen nineteenhunderteinundneinzig der nächste Möbelhandel und dreieinneinzigdernächste Möbelhandel, also drei verschiedene Standorte.

00:02:53: Das hat nicht funktioniert, weil die Standorte, die funktionierten, das war nur der wo ich war und die andere konnte es nicht multiplizieren.

00:03:00: Da waren wir weg, weil ich war am Schluss plötzlich nur noch Möbelländler und habe mich mit offenen Postelister in so ein Thema auseinandersetzen müssen.

00:03:08: Und hab dann zum vierter vierter sechsenneunzig das Ganze beendet.

00:03:12: Ich hab gesagt, ich mach nie mehr was mit Möbil, nur noch Architektur und habe dann sechs Wochen später neues Möbelgeschäft eröffnet.

00:03:19: Weil ich einfach so viele Kunde hatte, die gesagt haben Mensch macht das doch wieder weiter an einem Standard du machst doch das so gut.

00:03:24: Ja, ja.

00:03:24: In der Nacht war es in der Nacht.

00:03:26: Ich bin nach Abu Dhabi in Dubai, hab dort für die königliche Familie gearbeitet bis zwei tausend Eins.

00:03:33: Dann war ich wieder hier mehr unterwegs bis zwei Tausend Fünf da nochmal in Abu Dabis in Dubai bis zweitausend Acht.

00:03:40: Und hier hatte ich einen Kunde aus Heidelberg.

00:03:43: Der war Projektentwickler und für den hatte ich sehr viel Bestandsimmobil renoviert.

00:03:48: So als Architekt zu meiner Zeit hat mir erklärt, dass man die Welt verbessert... ...und mit Geld und so hat man eigentlich gar nichts zu tun gehabt im Studium, da hat man das ausgespart.

00:03:58: Und ich habe auch nie verstanden wie dieses Geschäft funktioniert des Projektentwirklungsgeschäfts.

00:04:03: Und dann gibt es schon, das war für mich in meinem Leben glaube ich einer der wesentlichen Aspekte.

00:04:07: Im Jahr zwei-tausend drei wollte ich mein eigenes Büro in Kehl haben, also eine Immobilie, wo ich meinen Büro reinmache.

00:04:13: Weil ich immer jeden Tag hin näherfahren musste und den Kehler Bahnhof hat mir dann die Wirtschaftsförderung gezeigt.

00:04:20: Ich habe gesagt hier können Sie Ihr Büro hineinmachen, sehe ihr wohl?

00:04:23: Ja, hier sind vierhundert Quadratmeter.

00:04:26: im nächsten Tag das war ein reiner Zufall war ich bei der Deutsche Bahn.

00:04:29: Dann hing da im Plan an der Wand Bahnhof Kehl und dann habe ich gesagt, ich hab gehört ihr verkauft es an die Stadt?

00:04:34: Nein.

00:04:34: An die Stadt verkaufen wir nicht.

00:04:36: Ja warum nicht?

00:04:37: Die Stadt hat kein Geld mehr.

00:04:38: Die kann das nicht kaufen.

00:04:40: Da hab ich gesagt ja wohl dir verkaufen!

00:04:41: Wir würden schon ganz gern verkaufen.

00:04:43: Dann hab ich sagen okay dann kaufe ich den.

00:04:45: So kam bis dann... Das war einer der erste Bahnhöfen die nach wie vor noch von der Deutsche Bahn auch benutzt werden.

00:04:50: also wir haben dann Reisebüro und alles drin.

00:04:51: Die Bahn ist sozusagen jetzt nieder bei mir.

00:04:54: Und dann habe ich den Bahnhof gekauft, damals mit zwei tausend vierhundert Quadratmeter.

00:04:58: Zwei Tausend Quadratmetallärstand und heute hat der fünftausend Fünfhundert Quadratmeter also immer angebaut umgebaut erhöht usw.

00:05:07: Und ist immer gut vermiedet.

00:05:08: das war mein Einstieg ins Projektentwicklungsgeschäft.

00:05:11: da hab' ich dann verstanden wie es ganze funktioniert und deshalb machen wir heute praktisch drei Sachen nach wie vor Projektentwickelung und eigene Investments eben Architekturen interior designen Der Möbelhandel, den haben wir weitgehend zurückgedrängt.

00:05:26: Und dann kam irgendwann Mila mit dazu?

00:05:28: Genau!

00:05:29: Gibt es da auch ein Meilenstein-Projekt?

00:05:32: Ja, wir haben damals vor dreizehn oder vierzehn Jahre das Wähler Ellenbad, diesen Nebengeworde vom Kloster Ellenbad.

00:05:41: Das haben wir damals gekauft und geplant und umgebaut zusammen.

00:05:44: Das war so unser erstes Projekt als Paar.

00:05:48: also... Wir sitzen jetzt hier im Kloster Allenbad, das ist wieder unser letztes Projekt bis jetzt als Paar.

00:05:56: Inzwischen gab es noch ein paar schöne Sachen die wir gemacht haben aber irgendwie ist Allenbad schon sehr wichtig für

00:06:03: beide.

00:06:04: Tatsächlich hat sich das erste Projekt geschaut, das aktuelle Projekt.

00:06:07: Genau.

00:06:08: Obwohl das erste, dreizehn Jahre her ist ja...

00:06:12: Gibt's eine Arbeitsteilung zwischen euch?

00:06:14: Also ich meine, das scheint ja funktioniert zu haben!

00:06:16: Das erste Projekt, ihr seid immer noch am Zusammenarbeiten unter einen Paar.

00:06:20: Ich glaube, dass ich meine Sachen mache und er sich nicht so sehr einmischt.

00:06:24: Und er macht seine und da mische ich mich auch nicht ein.

00:06:27: So funktioniert es eigentlich ganz gut!

00:06:29: Du bist dann eher für die Innenarchitektur zuschließlich?

00:06:32: Zumindest von deiner Biografie?

00:06:34: Ich mach jetzt seit sechs Jahren bei uns im Unternehmen die Innen-Architektor.

00:06:38: Das habe ich schon immer gerne gemacht.

00:06:39: Eigentlich bin ich Rohrbauarchitekter wie Jürgen auch aber... Ich beschäftige mich gerne mit Ihren Raum, mit Ihnen Architektur und vor sechs Jahren habe ich gedacht vielleicht mache ich das dann einfach betont.

00:06:52: Und das mache ich tatsächlich und ich mache es gern, wobei ich es auch Architektor mache immer noch gern.

00:06:59: Das ist ja auch keine klare Trennung dazwischen.

00:07:02: Das eine gehört zum anderen dazu.

00:07:05: Das merkt man ja auch, das sagt ihr euch auf der Website und ihr habt einen Slogan.

00:07:09: Der heißt der Beyond-Architecture.

00:07:11: Das würde es ja auch eigentlich implizieren, dass man nicht immer nur in Kategorien denkt sondern dass man immer das große Ganze anders sehen kann.

00:07:19: Absolut!

00:07:19: Ja so sind unsere Projekte aufgestellt und so ist auch unsere Ausrichtung für die Zukunft.

00:07:25: also... Es geht uns nicht mehr darum viel zu machen, sondern die Dinge, die wir machen möchten mal gute Dinge machen Die nachhaltig sind, sie sinnvoll sind Gerade was Investments angeht, sehen wir hauptsächlich mit Bestandsgebäuden.

00:07:39: Weil unter ökologische Gesichtspunkten gibt es gar nichts Besseres wie Bestand zu erhalten.

00:07:45: Wir haben schon am Anfang gefragt, Risiko oder Sicherheit?

00:07:47: Da wart ihr noch ein bisschen unentschlossen in euren Reaktionen!

00:07:51: Deswegen von mir die Frage wer geht gerne ins Risiko und wer schaut zuerst auf die Exeltabellen von euch?

00:07:59: Bis jetzt waren wir uns eigentlich immer sehr einig.

00:08:01: also wir sind gar nicht so unterschiedlich was das betrifft.

00:08:04: Es gibt Sachen, die der ganze Welt als Risiko einstuft und wir zwei denken einfach das ist toll.

00:08:10: Und es ist absolut super Projekt und dann machen wir's!

00:08:14: Und da sagen viele Banker, Freunde, Kollegen... Das ist absolute Selbstmord.

00:08:20: Wir sind aber beide, dass das gut ist und dann mach'n wir's.

00:08:24: Meistens ist das ja auch gut bzw.

00:08:26: bis jetzt war's immer gut.

00:08:28: Außenstehende halten mich für extrem Risikopbewusst.

00:08:31: Ja, die glauben sehr typisch total durchgeknallt.

00:08:35: Ich persönlich würde sogar sagen ich bin manchmal engstlich.

00:08:39: Das glaub mir aber keiner wenn ich sage.

00:08:41: Aber ich bin engstig!

00:08:42: Ich weh mich dreimal rum und ich weh die Sache fünfmal durch den Wolf.

00:08:47: Ich

00:08:47: sag immer wenn ich eigentlich zu der Bank gehe und mit denen spreche dann bin ich schon ziemlich sicher dass es gut funktioniert.

00:08:54: Ich würde nie was tun wo ich bedenke habe das es funktioniert.

00:08:58: Aber nichtsdestotrotz gibt es natürlich Phasen in einem Projekt, wo du ... Du kannst nicht alles hundert Prozent Wasser, die dich vorher machen.

00:09:05: Das funktioniert nicht.

00:09:06: Also du gehst immer im gewissen Risiko ein und wenn's Deutschland ganz schlecht geht wird zu uns auch schlecht gehen.

00:09:13: aber so weit will man ja nicht denken.

00:09:16: Und was wir machen ist immer überlegt Ja.

00:09:18: Aber das hört sich auch ein bisschen an dass ihr euch von Intuition leiten lässt ne?

00:09:23: Jaja.

00:09:23: also wenn ich nimmer weiter weiß dann frage immer eine Frau die sagt mir dann, dass ihr Bauch sagt Und das stimmt meistens.

00:09:29: Ist doch eigentlich schön, wenn man weiß, dass man sich auf das Gefühl verlassen kann und es ist doch ein guter Indikator.

00:09:34: neben den Zahlen?

00:09:35: Das ist so ja absolut ganz genau!

00:09:39: Wir haben's gerade schon angeschnitten quasi auch aus eurer Historie heraus – das Ehrenbad.

00:09:45: Vielleicht nehmt ihr unsere Zuhörerinnen einmal kurz mit was ist das ehrenbad?

00:09:50: welche Historie verbindet ihr mit dem Gebäude oder mit dem Gelände?

00:09:56: Ja ganz gerne.

00:09:57: Das Ellenbarte ist ein franziskanischer Fraunkloster, der ziemlich genau vor hundert Jahren von einer bekannten Franziskanerin erbaut wurde.

00:10:08: Hundert Jahre war das Schulungszentrum auch für jüngere Schwestern und im ersten und zweiten Weltkrieg hat das Kloster auch zu militärischen Lutzungen umgebaut Und später sind die Schwestern wieder eingezogen.

00:10:24: Das hat schon so untertätige, sehr bewegte Geschichte.

00:10:29: Letztendlich ist es eher ein Schloss um außen, also sehr fürchtlich gebaut kann man sagen das Haus Gottes und vor vierzehn Jahren haben wir einen Teil in kleineren Nebengebäude gekauft und umgebaut.

00:10:43: Wir haben es sehr gemocht, sehr genossen.

00:10:45: Es wurde auch zu einem sehr guten Projekt, nehmen das sehr gut an, was am Ende ein Projekt zwischen schlechtem und gutem Projekt ausmacht.

00:10:55: Und deswegen haben wir einfach geduldig gewartet bis die Nonne irgendwann des Mutterhauses verkaufen wollten, haben uns dann mit anderen Kandidaten auch beworben und haben uns Gott sei Dank auch erwerben können.

00:11:08: Und dann war halt für uns große Schwierigkeit, was man in dieser Achttausend Vertragmeter-Denkmageschiffsgebäude macht.

00:11:16: Das ist Areal, es sind ungefähr achtzigtausend Quadratmeter Grundstück.

00:11:21: Da ist ein großer Wald mit dabei mit fünf, dreißigtausenden Quadratmetern wo die Schwester früher im Sommer, wenn's heiß war, ein bisschen im kühle Wald spazieren laufen konnte.

00:11:30: Es ist auch noch die ursprüngliche Quelle mit dabei.

00:11:32: Die Ehrenbadquelle hat aber keine weitere Bedeutung.

00:11:36: Ich schau nicht direkt am Ehrenbad dran sondern zwei drei Kilometer weg Aber hab ich damals miterworgen Und wir haben uns damit beschäftigt.

00:11:43: Irgendwann haben wir gesagt, ja, wir machen da jetzt eine Linie um alles drum herum und entwickeln dann ein ganzes Resort raus.

00:11:50: Und wie gesagt der erste Abschnitt, der war zwanzig zwölf dreizehn genau.

00:11:55: Und dieses kleine Haus wo die Mila gerade gesagt hat so klein ist es gar nicht, das hat immerhin dreizig Wohnungen im Friseur, in Kaffee rösterei, Physiotherapie und ein kleines Fitnessstudio ist da im Haus Und eigentlich von Anfang an hat sich das gut dargestellt.

00:12:12: Wir sind hier sozusagen auf dem Land, die Gemeinde ist klein, es sind viertausend Einwohner aber wir sind zehn Minuten von der A-Fünfig.

00:12:22: also das heißt wir hängen so zu sagen einer der wichtigsten Ardern in Deutschland und auf die andere Seite brauchen wir uns ja fünfzehn Minuten dann sehen wir im Schwarzwald, das heißt ist eigentlich eine Toplage.

00:12:34: Wir brauchen ungefähr dreißig Minuten nach Straßburg und ungefähr dreizig Minuten nach Baden-Baden.

00:12:39: Also das ist eigentlich eine der schönsten Gegenden im Nordschwarzwald.

00:12:43: Gut, das große Kloster hat selbst achtundhalb tausend Quadratmeter Nettofläche.

00:12:48: Netto Fläche heißt für mich vermiedbare Fläche die reale Fläche mit Flure und so weiter und Nebenflächen sind oben die treizehntausend Quadrantmeter.

00:12:58: Das war natürlich nicht einfach da ein Konzept zu finden wo über die treizentausend quadratmeter funktioniert.

00:13:03: Wir haben uns dann entschlossen und haben gesagt, wir machen zum einen Ferienapartment hochwertige.

00:13:10: Das haben wir auch gemacht.

00:13:11: Wir haben siebenundvierzig-Ferienapartments, ein Apartmentgröße von vierzig Quadratmeter bis zweihundertachzig Quadrate Meter und machen dazu noch fünfunddreißig Seniorenwohnungen.

00:13:25: Dann haben wir damit die Senioren natürlich optimal versorgt sind im Haus noch in Arzt also der Matheologe im Haus.

00:13:33: Wir haben Psychologe im Haus, wir haben Neurologe im Hause.

00:13:37: Wir kriegen noch ein Kardiologe dazu.

00:13:40: Wir haben zwei Hype-Praktikerine ... Wir haben eine Lokopädie und eine Fußpflege.

00:13:46: Wir machen Kosmetik.

00:13:48: Wir sind eigentlich schon fast ein kleines medizinisches Zentrum.

00:13:52: Wir hatten einen Top-Restaurant dabei.

00:13:55: Und wir haben natürlich unsere Eventkirche, die wunderschöner Raum ist für Veranstaltungen.

00:14:02: Dann gibt es noch einen Kindergarten, den die Gemeinde betreibt.

00:14:05: Es sind insgesamt einundzwanzig Unternehmen, die hier sich in der letzten zwei Jahre ansiedelt

00:14:11: haben.".

00:14:12: Die Frage, die sich für mich sofort anschließt ist – das sind ja alles Nutzungen, diese überlegt man sich nicht vorher!

00:14:18: Das ist dann auch wie eine Fügung, dass die Puzzlestückchen zusammenkommen.

00:14:22: Wie locker und offen geht man damit um?

00:14:25: Dass sich das erst entwickeln

00:14:26: muss?!

00:14:27: Wie viel Risiko ist dabei?

00:14:28: Und was war eigentlich auch planerisch dann am komplexesten?

00:14:31: Weil ihr habt ja mit einem Bestand zu tun, da kann ja wahrscheinlich gar nicht überall etwas eingebohrt werden.

00:14:37: Durch vollkommen recht das ganze Prozess, was das Bauen angeht und den Umgang mit der Bausubstanz ist für uns Standard.

00:14:45: also das können wir, das machen wir schon lange.

00:14:48: Was das Thema Seniorenresidenz angeht oder Ehrenwohnung, da sind wir eigentlich auch Anfänger und arbeiten uns dann halt stückweise vor.

00:14:59: Wir suchen uns Partner, die was davon verstehen.

00:15:02: Es ist ja auch eine Systematik, die man halt hat.

00:15:04: oder gibt Menschen, die reden nie mit anderen weil sie alles selber am besten können.

00:15:08: wir sind eher so strukturiert dass wir sagen wir holen uns Leute dazu wie viele von dem verstehen was wir machen.

00:15:15: das ist ein Prozess wo auch mal ihr Wege dabei sind.

00:15:18: ganz klar geht manchmal einen Schritt vor und zwei zurück.

00:15:22: es ist so gerade jetzt zum Beispiel wenn du Ärzte suchst ist ja super schwierig Und das Ganze ist auch, wie bei allen anderen Dingen auch.

00:15:30: Alle Anfangs sind schwer.

00:15:32: Wenn du anfängst, ist es super schwierig und dann hast du hier noch eine Baustelle.

00:15:37: Da laufen die Leute auf der Baustellung rum.

00:15:39: Die können sich das überhaupt nicht vorstellen.

00:15:40: Ich sehe das alles schon wie es fertig ist und bin voll begeistert.

00:15:44: Und die Kunde sagen ja wir kommen nochmal im Jahr und gucken dann was.

00:15:48: Das brauchen wirtschaftliche Background.

00:15:53: also als Anfänger würde ich nicht dazu raten so ein Projekt zu machen.

00:15:57: Auch ein guter Tipp.

00:15:58: Und man braucht auch Kapital, brauchen wir auch in einigermaßen Luft.

00:16:02: Wir haben noch super Glück, dass wir diesen Beruf haben was wir haben weil wir natürlich alles hier dreimal umgeplant haben.

00:16:10: wenn du jetzt das alles fremd sondisch und würdest schon da dran glaube ich scheitern.

00:16:16: aber wir planen einfach weiter, planen oben machen Varianten wie es irgendwann passt und schmeckt sehr viel Zeit.

00:16:24: Was übrigens absolutes Thema ist Wir sind ja im Außenbereich baurechtlich.

00:16:29: Das heißt, hier gibt es kein Bebauungsplan, das heißt alles was wir hier tun müssen wir am Bauantrag stellen und jedes Mal muss die Gemeinde sagen Ja ist schon in Ordnung.

00:16:38: Das machen die auch, das funktioniert gut, wir haben ein tolles Verhältnis mit der Gemeinde.

00:16:42: aber wir haben Bauerenträge gestellt.

00:16:44: bevor sie genehmigt waren haben wir schon den Nachtrag zum Bauantrage gestellt und da haben sich verändert.

00:16:48: ich glaube ich habe hier fünfzehn oder zwanzig Bauanträge gestellt Und die sagen auch manchmal jeder Gemeinderatssitzung seid ihr auf dem Tisch.

00:16:58: Das wäre mir lieber, ich könnte einen Bauantrag stellen und es wäre auch reißwerter.

00:17:02: Ja und dann ist das auch zum Beispiel brandschutztechnisch.

00:17:04: Das ist ein Problem.

00:17:05: Da haben aber auch Top-Leute am Start.

00:17:08: Wir müssen praktisch ja immer stückweise in Brandschutz machen und der muss dann am Schluss im Samtkonzept bin.

00:17:14: Also das ist nicht ganz so einfach.

00:17:16: Deshalb zeige ich als Projekt wäre sicherlich für Anfänger ungeeignet.

00:17:20: Für das Interior Design ist es ja eine wahnsinnig schöne Aufgabe.

00:17:24: Wann hat man schon mal diese Räume?

00:17:26: Also quasi so die Architektur, die Stuckdecken, die historische Substanz dann diese Geschichte eines Clusters.

00:17:32: also wenn man da keine tollen Geschichten erzählen kann auch im Raum.

00:17:36: Das ist doch die Traumaufgabe Mila oder?

00:17:39: Ja absolut ich bin total verlebt in diesen Cluster und ich kann auch sehr gut erzählen.

00:17:44: tatsächlich und wenn ich eine Führung mache... Das kann man zwischen halb Stunden und drei Tage ausdehnen.

00:17:52: Der Essen ist wunderschön, was soll ich sagen?

00:17:53: Es ist einfach schön!

00:17:54: Das war ein wahnsinnig toller Bausubstanz.

00:17:59: Ich blöhe richtig auf.

00:18:00: Ich muss gar nicht so viel machen.

00:18:02: Es ist schon bereits so schön dass es mich dazu nicht groß braucht.

00:18:06: Und ich will's nur jetzt sicher in die nächste hundert Jahre bringen.

00:18:10: Das ist auch unsere Aufgabe.

00:18:12: Wir haben es jetzt wirklich so viel erhalten, wie wir konnten.

00:18:15: Ich habe donnweise alte Bücher auf altdeutsch-unlässbare religiöse Bibliothek geerbt von den Nonnen und das alles muss jetzt hier wieder als Deco irgendwo im Haus selbst.

00:18:29: Das habe ich versucht zu erhalten.

00:18:32: So ging's ja mit allen!

00:18:33: Ja, alle leuchten, alle Wandverkleidungen, alle Türen... Bodenbelege, die ihr halbenswert waren werden wirklich alles erhalten und haben es nur so ein kleines bisschen für die Zukunft vorbereitet und modernisiert.

00:18:49: Das finde ich gerade in total schön Einwand!

00:18:51: Ich habe das geerbt.

00:18:52: also ich meine das sagt doch auch schon aus wie man mit Bestand umgeht.

00:18:56: Gott hat mir echt einen Geschenk auf den Schoß gelegt mit diesem Kloster Und so sehe ich es tatsächlich ist ein Geschenke.

00:19:03: Jetzt kommen wir mal zum badischen Architekturpreis.

00:19:05: das ist ein geschenk für andere

00:19:08: Eine Besonderheit privat initiierter Architekturpreis hinter dem kein Industrieunternehmen steckt, hinter dem auch keine öffentliche Hand steckt.

00:19:18: Wie kam es dazu?

00:19:20: Architektor ist mein Leben.

00:19:21: Ich habe ja vorhin gesagt, ich habe mit fünfzehn Jahre damit angefangen und mich stört es das in der Öffentlichkeit.

00:19:28: Architektor eigentlich viel zu kurz kommt.

00:19:30: meistens stehen Berichte in der Zeitung wenn's zu teuer geworden ist aber ansonsten ist sehr ein Hintergrund.

00:19:38: Ich finde, dass Architektur extrem wichtig ist und glaube, dass man da einfach auch mehr dafür tun muss.

00:19:45: Das war so.

00:19:46: die eine Grundhaltung also das es mir einfach darum geht für Architektor was zu tun?

00:19:51: Und das zweite warum.

00:19:52: der spezielle badische Architektoo-Preis in seiner Ausprägung mit seiner Grundidee ist eben anders wie die klassischen Architekktoreise um.

00:20:01: bei denen stört mich das, dass sie oft von Professor zum Professor sind ja oder von BDA-Kollege zu BDA – also das ist mir alles zu rein intellektuell und zu sehr im architekten Milieu verordert.

00:20:17: Und ich habe mir überlegt, ich finde es eigentlich schade und ich hätte gerne einen Architekturpreis wo die Bevölkerung eingebunden ist weil sie lebt ja mit der Architekatur.

00:20:26: Das war so die Grundidee.

00:20:28: Also das funktioniert.

00:20:29: so dass wir den Preis ausschreiben geht es dann übrigens los glaube ich im März Dann kann da jeder einreichen was er für gut findet.

00:20:38: Nicht nur die Architekten und Architektinnen selbst, sondern...

00:20:41: Die Bevölkerung!

00:20:42: Ja auch der Papa, der sagt sein Sohn hat eine wundervolle Baumhaus gebaut, erster Meinungens braunen Architektorpreis.

00:20:49: Der darf das einreichen.

00:20:51: Wir haben da tatsächlich weit über zweihundert Einreichungen beim letzten Mal was eigentlich extrem viel ist.

00:20:58: Und dann gibt's ne Shuri und die Shuri ist extrem gut besetzt.

00:21:03: Das macht mir auf so viel Freude.

00:21:06: Wir haben da Bensan Bergel UN-Studio am Start, Hadi Tehrani aus Hamburg.

00:21:12: Das Schleich Bergermann und Partner hier die besten Stadiker der Welt würde ich mal sagen.

00:21:17: Ipolito aus Stuttgart.

00:21:18: Top Namen der deutschen Architektur Szene sind damit am Start.

00:21:23: Dann treffen sie eine Vorauswahl das geht elektronisch Und die hundert Besten Arbeiten werden dann ausgezog auf Kattung.

00:21:33: Und dann gibt es eine Jury-Sitzung.

00:21:36: Die kommen dann alle zusammen und die Jury macht praktisch ne Bewertung, macht ein Dritter, zwei oder erster Preis für sich – das ist aber noch inoffiziell – und dann in der Webseite kann dann die Bevölkerung ihr Voting abgeben.

00:21:51: Und danach wird denn die Reihenfolge bestimmt von eins, zwei und drei?

00:21:54: Ganz genau!

00:21:55: So ist praktisch die Bevölkerungen eingebunden sowohl in der Auswahl der Arbeiten was überhaupt zur Debatte steht Aber auch nach der Bewertung, was die beste Architektur ist.

00:22:07: Am Anfang war das natürlich auch schwer.

00:22:09: Da haben sie die Architekten gesagt, nee!

00:22:11: Was ist jetzt das für ein Preis?

00:22:12: Dann machen wir mit mittlerweile die Qualität der Einreichungen immer besser.

00:22:18: Es sind absolute Top-Projekte am Start und was mir wichtig ist unsere Sponsoren brauchen wir natürlich auch weil es ganz schön aufwendig ist.

00:22:27: Wir machen dann immer einen Sponsorenessen, ein Abend vor der Shuri-Sitzung und dann kommen die Shuri und die Sponsore zusammen.

00:22:37: Und da geht es mir darum dass da gute Gespräche sind, ein gutes Netzwerk entsteht.

00:22:41: übrigens auch Freundschaften entstehen.

00:22:43: wir haben so eine WhatsApp Gruppe ist schon wie in einer kleine Community her.

00:22:48: Toll!

00:22:48: Ich habe gelesen ihr habt zwanzigtausend Menschen aus der Region die sich beim letzten mal an diesem Voting auch beteiligt haben.

00:22:55: ja das ist ja irre wenn man das vergleicht.

00:22:57: Gibt jetzt sonst nicht viel Öffentlichkeit oder breite Öffentlichkeiten tatsächlich für die Architekturpreise?

00:23:03: Und deswegen weiß ich, dass es so gut entwickelt hat.

00:23:06: Wissen wir, dass wir auf dem Rücken weg sind und möchten bald weiter erweitern – das ist nicht nur Baden sondern Baden-Güttemberg einreichen kann.

00:23:17: Das wird am Ende einfach wachsen.

00:23:20: Genau!

00:23:21: Also es hat einen Potenzial

00:23:23: Und ihr macht noch etwas anders als andere Preise, die ja oft dann auch preisverleihung.

00:23:27: Du hast gerade gesagt wie in so einer Plase stattfinden der eine Architekt gibt im anderen architekten Preis?

00:23:33: Ihr macht das quasi als festliche Gala!

00:23:35: Auch das ist glaube ich etwas was nicht alle Preise so auszeichnet.

00:23:40: Da hast du vollkommen recht die meiste Architektorpreise gibt es irgendwie ein trockenes Brezeln und hier schlägt aber einen dazu.

00:23:47: Das ist ich mir schon ein paar Mal so gegangen, wo ich bei so preisverleihungen war.

00:23:51: Wo ich gesagt habe meine Güte das könnte man jetzt auch noch Buddha aus Blitzel drauf machen.

00:23:55: Ja am Ende des Tages feiern wir wirklich was?

00:23:58: Das sind große Leistungen.

00:23:59: Große architektonische Leistung und ich weiß nicht ob viele darüber nachgedacht haben aber so wie wir heute bauen das was jede einzelne von uns als Planer baut es bleibt dann gut zwei drei hundert Jahre stehen nachdem's uns nicht mehr gibt.

00:24:15: Es ist ein großer, verantwortungsvoller Prozess mit zum Teil tolle Ergebnisse.

00:24:21: Leider gibt es auch nicht so tolle Ergebnisse aber wir verleihen ja Preise für gute Ergebnisse und das ist tatsächlich große Leistung und die darf man auch dementsprechend ganz schön und festlich feiern finde

00:24:32: ich.".

00:24:33: Ich habe in der Ankündigung schon gesprochen – es gibt immer einen international bekannten Preisträger Richard Meyer, Philipp Stark, Tadau Andu die letzten Jahre etwas im badischen gebaut haben.

00:24:46: Ja,

00:24:47: genau!

00:24:48: Der Preis heißt All-Stars Award.

00:24:50: Das sind nur Architekten zugelassen, praktisch internationale Architekte die in Baden gebaut haben und der Philipp Streich hat es bekommen für dieses Gebäude von Dora Witt in Hornberg, Taddao Andor für das Gebäudet von Weisenburger in Karlsruhe und Richard Meyer für eines der tollsten Projekte hier überhaupt des Bordermuseums in Badensbaden.

00:25:11: Und das war natürlich auch schön.

00:25:12: Der Philipp Starke hat uns ein Video geschickt.

00:25:14: Das ist ein total lustiger Typ, ja?

00:25:16: Also sensationelles Video war richtig toll!

00:25:20: Tadao Andu auch und Richard Meyer haben wir zwei besucht in New York.

00:25:24: Wir waren natürlich auch sensationell gern.

00:25:26: Haben ihm den Preis dort übergeben und er hat sich total gefreut und es ist eine schöne Geschichte für uns natürlich.

00:25:32: Ein besonderer Moment, das ist ja klar...

00:25:35: Und damit ist es ja eigentlich nicht nur ein kulturelles Projekt, sondern auch ein Stück weit ein politisches Projekt weil die Region auch total stärkt.

00:25:43: Es wird erst mal sichtbar was dort alles passiert das vielleicht sonst auch unsichtbar bleibt?

00:25:48: Absolut!

00:25:49: Das war ja mein Anliegen dass man einfach über Architektur spricht und speziell über Architektur bei uns in der Region.

00:25:57: Wir haben ja auch gute Architektor und wie gesagt der nächste Schritt den wir jetzt machen eine Kategorie dieses Jahr haben, wo Württemberger Architektur zulässig ist.

00:26:06: In den nächsten Jahren ist dann nach oben keine Grenzen mehr offen?

00:26:10: Genau!

00:26:11: Es macht Spaß.

00:26:12: und was auch Spaß macht ist dass wir tolle Sponsore habe gerade wie Jung zum Beispiel und da bin ich irre stolz darauf das wir einfach euer Interesse dafür bewegen konnten und dass ihr da jetzt dabei seid.

00:26:24: Wir haben wirklich einige ganz große Hersteller mit am Start Holschieben zum Beispiel Weltgrößter Zementhersteller und und macht Spaß, aber es ist auch wirklich aufwendig.

00:26:34: Also du brauchst viel Zeit

00:26:35: dafür.".

00:26:38: Damit schließen wir immer quasi ein bisschen diesen Podcast ab, dass wir noch so eine persönliche Frage aus diesem Gespräch rausnehmen.

00:26:45: Eva darf die Frage an Mila stellen und vorher stelle ich noch die Frage Anjürgen wenn Du die freie Wahl hättest und die Leute würden kommen wen würdest Du denn gern mal als Preisträger beim badischen Architekturpreis begrüßen wollen?

00:27:02: Bosse?

00:27:03: Bosse, mmh.

00:27:05: Also Mila du hast dein Traumprojekt schon gefunden aber deswegen haben wir immer eine andere Auswahlfrage.

00:27:10: ne schöne Frage Dead or Alive?

00:27:12: Mit welcher Person würdest Du gerne mal einen Tag im Leben tauschen?

00:27:17: Ich bin wirklich super zufrieden mit meinem Leben.

00:27:20: ich würde gar nicht Tauschen gern.

00:27:22: Tatsächlich bin ich einfach gerne.

00:27:24: ich

00:27:26: Total schön.

00:27:27: Also selten haben wir so offene ehrliche Leute im Podcast gehabt, die einfach uns mitnehmen in ihre Welt, die sehr groß ist oder wo sehr viel passiert?

00:27:39: Wir freuen uns auf alles das was kommt und wir freuen uns auch den nächsten badischen Architekturpreis und werden sehr genau beobachten wer dort alles einreicht oder was alles zum Voting ist.

00:27:47: Dann sage ich an dieser Stelle vielen herzlichen Dank für eure Zeit, eure Inspiration Bis zur nächsten Folge

00:27:53: der Jungen

00:27:54: Talks, die im Architekturbot hast von Jung.